Sitten und Gebräuche
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Sitten und Gebräuche

Die Sitten und Gebräuche der Tibeter haben sich in einem langen Prozess gesellschaftlicher und historischer Entwicklung herausgebildet. Sie sind Bestandteil der tibetischen Kultur. Sie spiegeln verschiedene Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Psychologie wider. Sie sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Region. In Folgendem werden einige wichtige Aspekte dargestellt.

Bekleidung, Nahrung, Wohnung und Verkehr

Bekleidung

Die Kleidungsstücke der Tibeter zeichnen sich durch Farbenpracht und Vielfalt aus; dabei gibt es regionale Unterschiede.

Das gewöhnliche Kleidungsstück der Tibeter ist das breite tibetische Gewand bzw. Obergewand mit einem Brustlappen und großen Ärmeln. Es wird in den ländlichen Regionen zumeist aus Wollstoffen, dicken Stoffen aus tierischer Wolle oder Baumwolle und verschiedenen Seiden zusammengenäht. In den Weidegebieten wird das Gewand mitunter auch aus Pelzen oder Filzmaterial gefertigt. Der Kragen, die Aufschläge und auch andere Teile des Kleidungsstückes sind in der Regel mit buntem Filzmaterial, Seiden oder Otterpelz umsäumt. In den ländlichen Gebieten tragen Frauen im Sommer ärmellose Obergewänder. Ein tibetisches Gewand ist recht lang, in der Taille wird es mit einem Band gebunden. Bei wärmerem Wetter oder während der Arbeit können die Ärmel auch abgezogen werden. Beim Schlaf wird das Band gelöst und die Ärmeln werden abgezogen. Man legt sich auf die eine Hälfte des Gewandes und deckt sich mit der anderen Hälfte zu. Dieses Gewand ist also ein sehr praktisches Kleidungsstück. In Tibet tragen Männer gern weiße, gelbe und dunkelrote Hemden. Frauen tragen gern bunte Blusen; um die Taille wird ein buntes Band geschlungen. Die Ärmel der Frauenbekleidung sind in der Regel lang und werden im Alltag aufgekrempelt. Aber bei Kulturveranstaltungen tanzen die Frauen  stets mit langen Ärmeln. Wenn sie diese dann rhythmisch in die Luft werfen, entsteht ein farbenprächtiges Bild.

Die Tibeter haben verschiedene Arten von Kopfbedeckungen, meist zylinderförmige Hüte aus Wolle. Hirten tragen gern Hüte aus Fuchsfell.

Die Tibeter tragen gewöhnlich Schaftstiefel aus Rindsleder, auf den Schaft werden verschiedene bunte Muster gestickt.

Der Schmuck der Tibeter ist oft aus Gold oder Silber; außerdem werden Bernstein, Achat, Jade,Perlen und Elfenbein zu Schmuck verarbeitet. Die Frauenfrisuren sind recht verschieden. Meist jedoch wird das Haar zu Zöpfen geflochten, die mit Gold-, Silber- oder Edelsteinschmuck versehen sind. Außerdem tragen Frauen gern eine Amulettdose über dem Gewand, Ohrringe, Schmuckketten, Armbänder und Fingerringe. Die Festtracht tibetischer Frauen ist äußerst farbenprächtig und mit zahlreichen Schmuckstücken aus Gold, Silber und Edelstein versehen. Solche Trachten wirken sehr anmutig. Beim Gehen, wenn die Schmuckstücke aneinander reiben, entsteht ein märchenhafter Wohlklang. Die Männer tragen gern kleinere Schwerter, Ohrringe und Armbänder.

In alter Zeit hatten die Beamten ihrem Rang entsprechende Beamtenanzüge, und die Mönche trugen, wie vorgeschrieben, Mönchskutten. Im heutigen Tibet werden einerseits zwar die traditionellen Trachten gepflegt, aber andererseits sind Trainingsanzüge und Turnschuhe, westliche Anzüge, Sakkos und Daunenjacken im Alltag immer häufiger zu sehen. Ganz allmählich ändert sich der Geschmack bei der Bekleidung.

Nahrung

Die tibetische Küche ist eine der vielen Küchen Chinas. Sie ist gekennzeichnet durch die Verwendung von Yak- und Schaffleisch, Milchprodukten, Qingke (Hochlandgerste) und Kartoffeln. Die Zubereitungsmethoden reichen vom Schmoren, Dünsten, Räuchern, Dämpfen, in Öl Sautieren bis zum Frittieren und Braten. Dabei legt man großen Wert darauf, dass die Speisen gar sind und dennoch zart bleiben. Der originale Geschmack der Nahrungsmittel soll stets erhalten bleiben. Teigspeisen werden hauptsächlich gedämpft, gekocht oder in Öl gebraten. Die tibetische Küche kennt festliche Gerichte wie auch das Alltagsessen.

Die tibetische Küche kennt zarthlreiche Hauptgerichte und Beilagen. Die bekanntesten Gerichte sind geschmortes Huhn oder geschmortes Rind mit Chinesischem Kernkeulenpilz, gebratenes Lammkotelett, gebratene Schafkeule, getrocknetes Rindfleisch, in Öl gebratenes Rindfleisch, Rindblutwurst, Mehlwurst, Rindfleischpasta, Curry-Kartoffeln, mit Rüben geschmortes Rindfleisch, gekochtes Lammfleisch, Jiaozi (gedämpfte Teigtaschen, ähnlich wie Ravioli) mit Rindfleischfüllung, Zanba (Teigware aus geröstetem tibetischem Gerstenmehl), Teigspeise mit Kartoffelfüllung, Curry-Reisspeise, sowie viele kleinere Gerichte.

Zanba ist ein typisch tibetisches Gericht, man kann es auf verschiedene Weise anrichten. Man kann z.B. die Hochlandgerstenkörner rösten und mahlen. Das gut riechende, geröstete Gerstenpulver ist als Speise auch auf Reisen geeignet.

Die bekanntesten Getränke in Tibet sind der traditionelle Gerstenschnaps, Rahmtee, Buttertee, Yakmilchtee und Joghurt aus Yakmilch. Heute wird auch Bier in Tibet gebraut. Und es gibt vorzügliches Mineralwasser, das viele Spurenelemente enthält und oft aus unterirdischen Quellen stammt. Buttertee ist eine tibetische Spezialität. Er wird mit Rahm, Tee und Salz - manchmal noch zusätzlich mit Eiern und Walnusskernen - zubereitet und stillt gut den Durst. Der bekannte Gerstenschnaps hat wie der Reiswein nur geringen Alkoholgehalt. Es gibt ihn mit säuerlichem und süßlichem Geschmack. Er unterscheidet sich erheblich vom in Qinghai und Gansu hergestellten Gerstenschnaps mit hohem Alkoholgehalt. Süßer Tee wird aus schwarzem Tee, Milch oder Milchpulver und Zucker zubereitet und ist ein sehr wohlschmeckendes Getränk.

In Tibet wird gewöhnlich Geschirr aus Silber und hochwertigem Porzellan aus dem Landesinneren als gehobenes Geschirr benutzt. Geschirr aus Holz ist im Alltag weit verbreitet.

Wohnungen

Die traditionellen Wohnungen in Tibet haben verschiedene Formen. Es gibt Zelte, wehrturmförmige Wohnungen, mit Gittern umschlossene Wohnhäuser, mit Balken gebaute Häuser mit mehreren Stockwerken.

In tibetischen Weidegebieten sind Zelte die gewöhnlichen Wohnungen; sie werden wiederum nach Baumaterial, Zweck, Form und Umfang unterschieden. Die meisten Zelte bestehen aus Filz von Yakwolle. Sie sind sehr schwer und können Schnee- und Regenfälle abhalten. Man braucht nur zwei Stützsäulen und einen kleinen Querbalken sowie einige Pfähle, um einen Zelt aufzuschlagen. Das dauert kaum eine halbe Stunde. Im ZeIt steht der Kochherd in der Mitte, dahinten ist eine einfache Nische, daneben liegen auf der einen Seite die Vorräte an Weizen, Hochlandgerste, Butter und anderen Milchprodukten, zu einer niedrigen Mauer geschichtet. Auf der anderen Seite sind die Betten, Truhen und Kleidungsstücke. Rechts, am Eingang des Zeltes, liegen die Ehrensitze für Gäste. Im Zug der wirtschaftlichen Entwicklung und der Verbesserung des Lebens der Hirten nehmen  die festen Siedlungen zu. Dort sind die meisten Wohnungen in Holzhäusern.

Die älteren Wohnhäuser in der Altstadt von Lhasa bestehen aus aufeinander geschichteten Steinblöcken und sehen wie Wehrtürme aus. Solche Wohnhäuser haben gewöhnlich flache Dächer. In der Dachmitte befindet sich ein großes Dachfenster. Die Wohnräume liegen an den vier Seiten, die durch einen Korridor verbunden sind. Der untere Teil der Häuser ist breit, der obere ziemlich schmal. Die Steinmauer an der Hausbasis ist oft 1 m mächtig. Die meisten Häuser haben Dachterrassen. Dort kann man Gottheiten anbeten, umherwandeln oder die Landschaft betrachten. Die Sitze der früheren Adligen hatten drei oder vier Stockwerke. Die Wohnhäuser der einfachen Einwohner hatten höchstens zwei oder drei Stockwerke. In einem solchen Wohnhaus waren oft mehrere, manchmal sogar Dutzende Familien untergebracht.

In regenreichen und feuchten Regionen wie Medog, Bomi und Mainling werden oft Gebäude am Pfählen errichtet, das Haus liegt dann etwa 1 m über dem Erdboden, der Grundriss ist viereckig. Die Tür weist nach Osten, die Fenster nach Westen. Vr der Tür gibt es einen Balkon. In Waldgebieten werden Häuser oft aus Baumstämmen gezimmert. Meist wird der untere Hausteil aus Steinen errichtet und dann mit Holz weiter gebaut. Das Dach ist mit Holz gedeckt; auf ihm liegen viele Steine.

In Pagri werden oft ganze Steinhäuser gebaut. Sie haben schwarze Dachziegel und weiß geputzte Mauern. Die mit Balken konstruierten mehrstöckigen Wohnhäuser sind häufig im Westen, in der Mitte, im Norden sowie im Nordosten Tibets zu sehen. Sie alle haben flache Dächer. Die in den letzten Jahren in den Siedlungen der Weidegebiete gebauten Häuser ähneln diesen, sind aber meist einstöckig. Die Mauern der Wohnhäuser wurden mit Stelnen oder mit gestampfter Erde erbaut. Umfang und Konstruktionstyp sind je nach Region und örtlichen Bedingungen verschieden.

Mit Erhöhung des Lebensstandards werden mehr und mehr kleine Wohnhöfe in Städten und Vororten in Ost- und Südtibet gebaut, typisch dafür sind die Wohnhöfe in Lhasa. In den neuen Wohnhöfen werden oft um die Wohnhäuser herum Blumen und Bäume gepflanzt. Wegen ihres neuartigen Baustils, insbesondere, wenn sie gemütlich eingerichtete Zimmer, Wasser- und Stromanschluss haben, nennt man diese Bauten Villen. In solchen Wohnhöfen wird der traditionelle tibetische Baustil weiter entwickelt, was allgemein begrüßt wird.

Verkehr

Die Tibeter wohnen auf dem Qinghai-Tibet-Plateau. Das kalte Klima, die hohen Berge und tiefen Täler bereiten dem Verkehr viele Schwierigkeiten. In der Vergangenheit ritt man normalerweise auf Mautieren, Pferden oder Yaks. Güter wurden und werden mit Hilfe von Yaks transportiert. Yaks können sich nicht nur auf flachem Gelände mit Gütern schnell bewegen, sie sind auch gute Kletterer, denen hohe Berge und dünne Luft nichts ausmachen. Sie werden scherzhaft Boote des Hochplateaus genannt. Für den Transport von Gütern in landwirtschaftlichen Gebieten werden Karawanen mit Mautieren und Eseln genutzt. Die Flüsse überquert man auf Brücken oder mit Flößen aus Rindsleder. Manche Brücken sind aus Eisenketten gemacht, andere aus Peddigrohr geflochten, dritte aus Seilen geknüpft.

Heute gibt es auch den Straßen- und Luftverkehr.

Höfliche Umgangsformen

Höflichkeitsformen

Tibeter legen großen Wert auf Höflichkeit. Das gehört zum gesellschaftlichen Leben. Auch im Alltag achtet man auf höfliche Umgangsformen. Die häufige Verwendung des Hadas ist der gewöhnliche Ausdruck der Höflichkeit. Sie werden bei Feiertagen, beim Besuch älterer Menschen, bei Gratulationen oder Auszeichnungen vorbildlicher Mitarbeiter, bei Hochzeiten und Trauerfeiern, beim Beten, beim Begrüßen von Gästen, zur Feier der Fertigstellung eines neuen Hauses, bei Vorbringen einer Bitte, sogar als Entschuldigung überreicht.

Bei Übereichung von Buttertee und Schnaps sowie beim Trinken gibt es für Gäste und Gastgeber feste Rituale. Auch bei Überreichung und Entgegennahme von Hadas und Glück symbolisierenden Speisen aus Qema, einem glückbringenden Hohlmaß aus Holz, zum Neujahr nach dem tibetischen Kalender sind ebenfalls feste Rituale einzuhalten.

Tabus

Die volkstümlichen Tabus sind ein wichtiger Aspekt der traditionellen tibetischen Kultur. Sie sind in verschiedenen Lebenssphären zu beachten. Es gibt Tabus im gesellschaftlichen Umgang, im Familienleben, bei verschiedenen Tätigkeiten in der Land- und Viehwirtschaft sowie im religiösen Bereich. Die Tabus spiegeln alte Verhaltensregeln wider, die sich unter harten Lebensbedingungen aus dem Umgang der Tibeter miteinander, mit der Natur wie auch mit übernatürlichen Erscheinungen entwickelt haben. Sie sind Bestandteil des Brauchtums der Tibeter. Manche Tabus ergänzen höfliche Umgangsformen und verkörpern bestimmte Werte innerhalb der traditionellen tibetischen Gesellschaft; andere, die sich auf die Produktion in der Land- und Viehwirtschaft beziehen, haben sich in langer Praxis bewährt und lassen sich zum Teil sogar wissenschaftlich begründen.

Hochzeitsbräuche

Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Hochzeitsbräuchen in den verschiedenen Regionen Tibets. Auch in ein und derselben Region kann der Hochzeitsbrauch in vereinfachter oder komplizierter Weise eingehalten werden.

Ein Liebespaar, das heiraten will, darf nicht miteinander verwandt sein, muss aber das gleiche traditonelle Horoskop haben. Wenn man einem Mädchen einen Hochzeitsantrag macht, überreicht man ihren Eltern Hadas und andere Geschenke. Wenn sie Hadas entgegennehmen, bedeutet das Zustimmung zum Antrag. Dann wird ein glückverheißender Tag gewählt, an dem ein Heiratsvertrag aufgeschrieben wird. Zur Verlobung werden die Eltern der Braut mit „Milch-geldern“ (Geld für das Aufziehen) beschenkt. Vor der Hochzeit soll der Bräutigam der Familie der Braut Kleidung, Kopfschmuck und Handschmuck schenken. Am Hochzeitstag sollen die Vertreter der Familie des Bräutigams, geleitet von einer angesehenen Person, die Braut abholen. Die Familie der Braut veranstaltet eine Abschiedszeremonie. Nach der Ankunft in der Familie des Bäutigams finden noch weitere Zeremonien statt. Das ganze wird dann von einem großen Festessen gekrönt.

Trauer- und Bestattungsfeier

Traditionelle Bestattungsformen der Tibeter sind; Erd-, Himmels-, Wasser- und Feuer- sowie Stupabestattung.     Grabbestattung hat es schon sehr früh gegeben, z.B. die in Qoingyi und im Kreis Nang befindlichen Gräber der Könige der Tubo-Dynastie. Zu dieser Zeit gab es auch Gräber für das einfache Volk. Diese Bestattungsform wurde bis zum 11. Jahrhundert gepflegt. Danach haben sich die Art und Weise der Bestattung verändert, wobei die Himmel-Bestattung die Hauptbestattungsform wurde. Dies ist im Zusammenhang mit der buddhistischen Lehre zu sehen. Die Himmel-Bestattung, Geier-Bestattung genannt, ist am weitesten verbreitet, Wasserbeisetzung ist unter Tibetern weniger a!s die Himmelsbeisetzung verbreitet. Die Feuer-Bestattung ist meistens für Lebene Buddhas mittleren Rangs und hochgebildete Mönche verwendet. Die Stupabestattung ist eine gehobene Bestattungsform und ist auf die Bestattung Lebender Buddhas mit hoher gesellschaftlicher Stellung beschränkt. Die Stupas werden nach ihrer materiellen Beschaffenheit wiederum in Stupas aus Gold, Silber oder Erde unterteilt. Außerdem gibt es noch Stupas mit Körperüberresten und solche, die nur Asche in sich bergen.

Die Beisetzungszeremonien sind je nach der verstorbenen Person verschieden, in der Regel werden buddhistische Mönche gebeten, zeremoniell die Seele des Verstorbenen aus dem Leiden herauszuführen. Die Zeremonie dauert 49 Tage, am Jahrestag des Todes werden nochmals Gedenkzeremonien abgehalten

Tradtionelle Feste

Neujahrsfest

Das Neujahrsfest nach dem tibetischen Kalender ist das wichtigste Fest in Tibet. Die Art und Weise der Feier dieses Fests sind regional verschieden. Besonders charakteristisch ist die Feier in Lhasa.

Vor dem Neujahr bauen die Familien ein Qema, ein glückbringendes Hohlmaß aus Holz. Dieses symbolisiert eine gute Ernte im kommenden Jahr. Außerdem wird verschiedenes Ölgebäck zubereitet, ferner werden bunte Tierfiguren geformt, die große Viehherden symbolisieren. Darüber hinaus werden auch Schafköpfe, getrocknete und frische Früchte sowie Butter und Tee vor die Nische gestellt.

Am 28. und 29. Tag des zwölften Monats nach dem tibetischen Kalender werden die Wohnungen sauber gemacht. An die Küchenwand werden Glücksmuster gezeichnet. Vor dem Abendessen am 29. Tag des zwölften Monats werden außen an die Haustür Glückssymbole mit Kalk gemalt. Am tibetischen Neujahrsabend findet ein großes Familienessen statt. Das häufigste Gericht ist ein Gutu, ein Teigkloß mit einer Füllung aus Rind- und Schaffleisch mit Rüben. Man muss wissen, dass Teigwaren auch symbolhafte Füllungen wie Steine, Münzen,Salz, Paprika, Holzkohle oder Schafwolle haben können. Die ganze Familie sitzt zusammen und jeder entdeckt dann, was er im Munde hat. Gelächter ertönt während der ganzen Mahlzeit. Nach dem Festessen werden durch Zeremonien böse Geister ausgetrieben.

Am Neujahrsmorgen stehen die Einwohner Lhasas sehr früh auf; manche Leute haben auch gar nicht geschlafen. Aber zunächst dürfen sie nicht das Haus verlassen. Der erste Programmpunkt für das tibetische Neujahr ist: ,,Wasser an sich reißen“. Nach tibetischer Ansicht hat das meiste Glück derjenige, der den ersten Eimer an sich gerissen hat. Bei Tagesanbruch rufen dann populäre Schauspieler laut: ,,Die Götter haben gesiegt“. Dann öffnen die Bewohner ihre Wohnungstüren. Nun beginnt die Feier zm ersten Tag des neuen Jahres, bei der die morgendliche Anbetung Schakjamunis im Jokhang-Kloster das wichtigste ist. Zu Neujahr kleidet man sich in die schönsten Trachten und trägt den kostbarsten Schmuck.

Am ersten Tag des neuen Jahres macht man keine Besuche bei Verwandten und Freunden. Gegenseitige Besuche beginnen am zweiten Tag und dauern dann drei bis fünf Tage. Am dritten Tag wird der Dachfirst-Gott verehrt. Man klettert auf das Wohnungsdach und steckt die neuen buddhistischen Banner auf den Dachfirst. Dann werden Zypressenzweige verbrannt, und die Zanba, eine aus Gerstenmehl gemachte Teigware, in die Luft geworfen. An diesem Tag gehen die Einwohner Lhasas auf den Berg der Flasche des Schatzes im Osten und auf den Berg Yaowang im Westen. Sie stecken oder hängen buddhistische Banner an die Berge und bringen den Göttern der Berge und des Wassers Opfer dar. Mit dem 4. Neujahrstag beginnt das größte religiöse Fest in Tibet; das große Gebetsfest. Das Fest dauert bis zum 15. Tag des ersten Monats nach dem tibetischen Kalender. An diesem Tag wird der Buddha Maitreja geholt. Am 5. Tag des ersten Monats beginnen Bauern in der Vorstadt von Lhasa zeremoniell mit dem Pflügen.

Traditionsgemäß dauert das Neujahrsfest nach dem tibetischen Kalender 15 Tage.

Butterlampen-Fest

Das Butterlampen-Fest wird am letzten Tag des Großen Gebetsfestes, am 15. Tag des ersten Monats nach dem tibetischen Kalender gefeiert. Das ist der letzte Höhepunkt des tibetischen Neujahrsfestes. Am Tag gehen die Gläubigen mit Weihrauchstäbchen zu den Klöstern, um die Buddhas anzubeten und die buddhistischen Gebetsmühlen zu drehen. Am Abend baut man in der Straße Regale auf, auf denen verschiedene bunte Figuren aus Butter stehen. Da sieht man Figuren von Unsterblichen, Menschen, Vögeln, Tieren, Blumen und Bäumen stehen. Es werden Butterlampen als Ausdruck von Glückwünschen angezündet. In allen Straßen sind Blumenregale unterschiedlicher Höhen aufgebaut. Die höchsten sind drei Stockwerke, die niedrigeren immer noch zwei hoch. Auf den Regalen stehen bunte Figuren verschiedener Größe. Im Licht zahlreicher Lampen glänzen sie prächtig. Die Straßen sind von Butterlampen erleuchtet. Die Einwohner bewundern singend und tanzend die Lampen. Das Butterlampenfest wird auch Blumenlampenfest genannt.

Saga Dawa-Fest

Das ist ein bedeutendes religiöses Fest in Tibet. Saga Dawa ist eine andere Bezeichnung für den vierten Monat des tibetischen Kalenders. Nach buddhistischem Glauben wurde Schakjamuni im vierten Monat geboren, sein Buddhawerden und sein Eintritt ins Nirwana erfolgten ebenfalls in diesem Monat. Bei diesem Fest wird Schakjamuni während der Rundgänge um das Shianglang, den inneren Kreis, Barkhor, den mittleren Kreis und Linglang, den äußeren Kreis in Lhasa angebetet. Besonders der Rundgang um den äußeren Kreis am 15. Tag des vierten Monats bietet einen gradiosen Anblick. Diese Zeremonie beginnt am 1. Tag des vierten Monats und dauert bis zum Monatsende.

Das Saga Dawa-Fest gipfelt in der Veranstaltung am 15. Tag des vierten Monats. Auf diesen Tag wird Schakjamunis Geburt und auch sein Eingang in das Nirwana datiert.

Shoton-Fest in Lhasa

„Shoton“ bedeutet auf Tibetisch Joghurt-Bankett. Da zu diesem Fest tibetische Opern und Theaterstücke feierlich aufgeführt und große Zeremonien zur Ausstellung von Buddhabildern veranstaltet werden, wird das Fest auch Fest der tibetischer Oper und Fest der Ausstellung von Buddhabildern genannt. Das traditionelle Shoton-Fest beginnt mit der Ausstellung von Buddhabildern, danach werden tibetische Opern und Theaterstücke aufgeführt, außerdem werden Yakrennen veranstaltet und man kann Reitkunstveranstaltungen besuchen. Das Shoton-Fest beginnt am 30. Tag des sechsten Monats nach dem tibetischen Kalender (etwa in der letzten Dekade vom August) und dauert in der Regel fünf Tage.

Nach den Fastenregeln der Gelug-Sekte musste man sich vom vierten bis zum sechsten Monat des tibetischen Kalenders davor hüten, auf ein Lebewesen zu trampeln oder es gar töten. Die Mönche bleiben in dieser Zeit im Kloster, wo sie Sutras rezitieren und meditadive Übungen machen. Die Fastenzeit dauert bis zum Ende des sechsten Monats, erst dann dürfen die Mönche das Kloster wieder verlassen. Um sich den Mönchen gegenüber erkenntlich zu zeigen, bereiten die Einwohner Joghurt-Speisen zu, mit denen sie die frommen Männer beim berühmten Joghurt-Bankett bewirten. Dabei führen die Einwohner auch tibetisches Theater auf. Nach dem Jahr 1642 wurde das Drepung-Kloster mit der Halle Gandain Phodrang das politische, religiöse und kulturelle Zentrum Tibets. Am 30. Tag des sechsten Monats nach dem tibetischen Kalender strömten die Menschen ins Kloster, um den Mönchen Joghurt-Speisen zu überreichen und sie zu bitten, ihre Köpfe zu berühren. Auch Theater- und Tanzgruppen kamen ins Kloster, um dort ihre Künste vorzuführen. Im Lauf der Zeit ist das Shoton-Fest zu einem großen Volksfest geworden.

Das Shoton-Fest beginnt mit der Ausstellung des Buddhabildes. An diesem Tag wird in feierlicher Zeremonie am Hang des Berges Gengwu Peize, auf dem das größte Kloster Tibets, das Drepung-Kloster, steht, ein überdimensionales Buddhabild entrollt. Zuvor werden große Trompeten geblasen; ihre  gewaltigen Töne hallen im sonst so ruhigen Tal wider. Der Jubel ist groß, wenn mehr als hundert Mönche behutsam ein riesiges, aus Seiden gewobenes Tangka mit dem Bildnis Qamba-Buddhas aus der Großen Coqen-Halle des Klosters Zhalbung tagen und damit  zur Ausstellung des Buddhabildes auf der westlichen Seite des Klosters schreiten. Während das riesige Tangka langsam von oben nach unten ausgeroll wird, steigen dicke Weihrauchschwaden empor. Dazu erschallen die großen Trompeten und man hört, wie überall Sutras laut rezitiert werden. Die Zuschauer gehen zum großen Tangka und überreichen die Hadas. Vor dem Bildnis wehen die Hadas hoch in der Luft. Es bietet sich ein überwältigender Anblick dar. Nach einer Weile wird das große Tangka wieder eingerollt und in die Coqen-Halle zurückgetragen. Im nächsten Jahr wird es erneut an diesem Tag den Einwohnern gezeigt. Nach der Ausstellung des Tangkas gehen die Gläubigen auf den Hof vor der großen Halle Gandain Phodrang, um sich dort die Opern- und Theateraufführung anzuschauen. Am Nachmittag findet die Hauptveranstaltung im Norbulingka statt. In der folgenden Woche stehen Opern- und Theateraufführungen im Mittelpunkt der Feier. Während des Shoton-Festes treffen sich die Tibeter mit ihren Verwandten und Freunden im Norbulingka oder in anderen Parkanlagen in Lhasa. Dann sieht man überall bunte Zelte.

Heute ist das Shoton-Fest das größte Massenfestival im Autonomen Gebiet Tibet geworden. Neben vielen Kulturveranstaltungen kann man auch zahlreiche Märkte besuchen.

Bade-Fest

Das Bade-Fest heißt auf Tibetisch Garma Rigyi. Es findet in der Regel in der ersten Dekade des siebten Monats nach dem tibetischen Kalender statt und dauert eine Woche. Wenn der Qishan-Stern am nächtlichen Himmel erscheint, beginnen die Bewohner Tibets, in Bächen und Flüssen zu baden. Das geht so lange, bis der Stern wieder entschwindet. Da das Fest etwa eine Woche dauert, nennt man es auch Bade-Woche. Nach volkstümlicher Überlieferung kommt das Baden im Fluss zu diesem Zeitpunkt der Gesundheit zugute. Nach der Lehre des tibetischen Buddhismus hat das Wasser in dieser Jahreszeit folgende Vorteile; Das Wasser schmeckt süß, ist kühl, weich, leicht, klar und ohne den geringsten Nebengeschmack. Es schadet also dem Hals und dem Magen nicht, wenn man es trinkt. In dieser Jahreszeit ist es in Tibet angenehm warm, die Wassertemperatur ist erträglich und das Wasser ist sehr sauber. Es ist also die beste Badezeit. Während dieser sieben Tage gehen Hunderttausende Tibeter an die Flüsse, um zu baden. An den Ufern, auf den Sandstränden und in den Grünanlagen in Flussnähe werden viele Zelte aufgeschlagen. So erholen sich die Tibeter.

Ongkor-Fest

Das Ongkor-Fest feiert man im achten Monat nach dem tibetischen Kalender. Es handelt sich um ein altes, volkstümliches Fest in den ländlichen Gebieten in Tibet. „Ongkor“ bedeutet auf Tibetisch ,,um das Ackerland herum“. Das Fest findet kurz vor der Ernte statt. Zur Feier gehören zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungen; Rennen, Bogenschießen, Tanz- und Gesangsdarbietungen, tibetische Theateraufführungen, Ringen oder Steine stemmen und stoßen. Bei diesem traditionellen Fest bat man früher um eine reiche Ernte. Zugleich war es eine Möglichkeit für die Bauern, sich vor Beginn der schweren Erntezeit noch etwas zu erholen. Da die Ernte in den verschiedenen Regionen zu unterschiedlichen Zeiten eingebracht wird, findet das Fest auch nicht überall gleichzeitig statt.

Die Sitte, das Ongkor-Fest zu begehen, entstand zuerst in den Tälern am Mittel- und Unterlauf des Yarlung Zangbo. Es entwickelte sich aus Opferzeremonien, bei denen in einzelnen Dörfen um gute Ernte gebeten wurde.

In der Region Zetang in Shannan wurde das Fest im Hochsommer gefeiert. Jede Familie schickte einen Vertreter, meist eine Frau, zur Zeremonie. Hunderte solcher Vertreterinnen und Vertreter bildeten dann einen langen Zug. Sie trugen prächtige tibetische Trachten und Schmuck aus Gold und Silber; auf ihren Rücken aber trugen sie das Hohlmaß Dou mit der Inschrift „Reiche Ernte der fünf Getreidearten“. Sie hielten Sutras und einen bunten Pfeil in der Hand. Angeführt von  einem hochgeachteten Mann umkreisten sie, begleitet von großen Trompeten und Gongs, die Felder. Dabei riefen sie laut ,,Yangguxiu“ („Möge göttliche Luft auf die Erde zurückkehren“), um die Götter für eine gute Ernte zu bitten. Ältere Dorfbewohner verbrannten wohlriechende Kräuter am Prozessionsweg. Der emporsteigende Rauch war das Opfer für die Gottheiten. Aus der Ferne betrachtet, sah der lange, in Rauch gehüllte Zug wie ein Drache aus. Das Ongkor-Fest dauert heute in der Regel drei Tage.

Pferderennen-Fest

Das Fest des Pferderennens ist ein eigenartiges Fest, das in den Weidegebieten Tibets stattfindet. Der sechste, siebte und achte Monat nach dem tibetischen Kalender gelten als die goldene Jahreszeit. Die Wiesen sind frisch und gedeihen, die Pferde und Rinder setzen Fett an. In dieser Jahreszeit wird das Fest des Pferderennens veranstaltet. Der Zeitpunkt der Veranstaltung ist je nach Region und Jahr verschieden. Gewöhnlich findet es einmal im Jahr statt. Ein richtig großes Fest findet allerdings nur alle zwei bis drei Jahre statt, es dauert mindestens drei bis fünf, manchmal aber auch länger als zehn Tage. Zu den bekanntesten Festen zählen heute das Chashing-Pferderennen in Nagqu und das Darma-Pferderennen in Gyantse.

Zum Fest kommen Tibeter aus bis zu 100 km entfernten Orten. Sie tragen prächtige Trachten und glitzernden Schmuck. Manche kommen auf Pferden oder Yaks reitend zum Festort. Nach ihrer Ankunft dort schlagen sie Zelte auf, so dass binnen kurzem ein ganzes Dorf mit bunten Zelten um den Rennplatz herum entsteht.

Der Wettbewerb hat zwei Teile; das eigentliche Pferdrennen und die Vorführung von Reitkunststücken. Beim ersteren müssen die Reiter ihre Fertigkeiten beim Zügeln der Pferde, sowie die Gelehrigkeit und Ausdauer ihrer Tiere beweisen. Das Rennen kann über einige km gehen; es gibt aber auch eine nur 100 m lange Kurzstrecke. Im zweiten Wettbewerbsteil kommt es darauf an, die Kunst zu demonstrieren, vom Pferd aus Pfeile auf Scheiben abzuschießen, Holzblöcke zu spalten, Hadas vom Feld aufzuheben und Gerste-Wein zu überreichen. Die Stimmung während des Festes ist locker und heiter; das Vergnügen an den Darbietungen ist größer als der Wettbewerbsehrgeiz. Es gibt keine strengen Wettbewerbsregeln. Und natürlich stehen auch bei Hirten beliebte Sportarten auf dem Programm; Tauziehen oder Steinblöcke stemmen und vor der Brust tragen gehören dazu. Am Abend singt man und entzündet Lagerfeuer, die umtanzt werden.

Nach der demokratischen Reform von 1959, insbesondere in den letzten 20 Jahren, wurde dem traditionellen Fest des Pferdrennens ein neuer Inhalt gegeben. Das Fest ist umfangreicher und vielfältiger geworden. Zu den traditionellen Wettbewerben sind volkstümliche Tanzdarbietungen und Kulturaufführungen hinzu gekommen; ebenso Modevorführungen und Ausstellungen traditioneller Trachten. Zwecks Entwicklung der Wirtschaft gibt es außerdem während des Festes Messen, Märkte sowie Seminare zur Verbreitung wissenschaftlicher, rechtlicher und medizinischer Kenntnisse. Es ist also ein Fest geworden, das alljährlich einen großen Beitrag zur touristischen Entwicklung leistet und damit zum wirtschaftlichen Aufschwung Tibets beiträgt.

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