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Potala-Palast

Der Potala-Palast ist ein Schwerpunkt im staatlichen Schutzprogramm. Er ist der höchstgelegene, umfangreichste alte Baukomplex der Welt und ein Symbol für Lhasa, ja für Tibet insgesamt. Im Dezember 1994 wurde der Potala-Palast von der UNESCO in die Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. 2001 wurde er vom Staatlichen Tourismusamt als Sehenswürdigkeit der AAAA-Kategorie bestimmt.

Der Potala-Palast befindet sich auf dem Südhang des Roten Berges und erstreckt sich vom Fuß bis zum Gipfel des Berges. Der Potala-Palast erreicht eine Höhe von 119 m und hat eine Länge von 350 m von Ost nach West, eine Breite von 270 m von Nord nach Süd. Die Baufläche beträgt 130 000 m2. Wenn man die ihn umgebenden Bauwerke vor dem Berg und den Drachenkönig-See mitrechnet, dann nimmt der Potala-Palast sogar eine Fläche von 360 000 m2 ein.

Der Berg, auf dem sich der Potala-Palast befindet, heißt Roter Berg (auf Tibetisch Maburi). In den tibetischen buddhistischen Schriften gleicht er ganz dem vom Guanyin-Bodhisattwa bewohnten Putuo-Berg und wird deshalb im Tibetischen als Potala nach der Lautung von Putuo in Sanskrit bezeichnet.

Der prächtige Palast entstand in den 30er Jahren des 7. Jahrhunderts u.Z. Um die Tang-Prinzessin Wencheng zur Frau zu gewinnen, ließ der König der Tubo-Dynastie Songtsan Gampo speziell für sie auf dem Roten Berg einen Palast mit angeblich 1000 Räumen bauen. Wegen eines Feuers im 8. Jahrhundert und nach dem Untergang des von Songtsan Gampo gegründeten Tubo-Königreichs wurde dieser alte Palast größtenteils zerstört.

Der Potala, den wir heute sehen, wurde in wesentlichen Teilen im 17. Jallrhundert erbaut. Im 17. Jahrhundert, nachdem der 5. Dalai Lama die Gandain Phodrang-Herrschaft gegründet hatte und von der Qing-Regierung 0ffiziell zum politischen und religiösen Führer Tibets ernannt wurde, begann der Wiederaufbau des Potala-Palastes. Später wurde er mehrfach erweitert. Im Jahr 1690, 8 Jahre nach dem Tod des 5. Dalai Lama, wurden der Rote Palast und sein Gedächtnisstupa gebaut. Damals wurden mehr als 7000 Handwerker beschäftigt und 2 134 000 Tael Silber verbraucht. Unter den Baumeistern befanden sich auch 114 Mitarbeiter der Han und der Man-Nationalität, die vom Qing-Kaiser Kangxi nach Tibet geschickt wurden. Es kamen auch Handwerker aus Nepal. 1693 wurde der Rote Palast fertiggestellt. Die Einweihungszeremonie fand am 20. April nach dem tibetischen Kalender statt. Vor dem Palast wurde ein Denkmal ohne Schfift eingerichtet, um den Bau zu feiern. Danach gab es am Baukomplex keine wesentlichen Veränderungen mehr.

Geht man vom Potala-Platz nach Norden, zunachst durch ein Steintor, dann immer weiter nach Norden, sieht man bald eine breite Treppe, die den Berg hinauf zum Osttor und zum Westtor führt. Das Osttor ist ein Haupteingang in den Potala-Palast. Die Treppe emporsteigend, erreicht man zunächst die 1600 Quadratmeter große ,,Deyangxia“-Terrasse. Von hier aus sahen sich der Dalai Lama und andere Würdenträger tibetische Opern und Tanzveranstaltungen an. An der südlichen und nördlichen Seite der Terrasse sind Wandelgänge, die östliche und die westliche Seite waren früher die Mönchsschule. In der Mitte der westlichen Seite liegt der Haupteingang in den Weißen Palast.

Der Weiße Palast befindet sich östlich vom Roten Palast und umfasst die Osthalle, die Sonnenlichthalle Sowie Unterkünfte und Verwaltungsräume.

Die Osthalle ist die größte Halle, die Haupthalle des Weißen Palasts. Dort fanden wichtige religiöse und politische Feiern statt. Nach Anerkennung des 5. Dalai Lama als religiöser und politischer Führer durch den Kaiser Shunzhi der Qing-Dynastie wurden alle wichtigen Zeremonien, z.B. zum Regentschaftsbeginn oder anlässlich des Amtsantritts eines Dalai Lama, hier unter der Leitung des Kommissars in Tibet durchgeführt. In der Mitte, genau nach Norden gerichtet, steht der Thron des Dalai Lama. Über dem Thron hängt eine Kalligraphie des Qing-Kaisers Tongzhi ,,die Grenzen befrieden“. In der Halle sind herrliche Wandgemälde zu sehen, zwei davon sind besonders interessant. Das eine stellt die legendäre Verwandlung eines Affen in den Menschen dar, das andere zeigt die  Geschichte der Prinzessin Jincheng der Tang-Dynasfie.

Die Sonnenlichthalle liegt über der Osthalle, unter dem Dach des Weißen Palastes. Es sind eigentlich zwei Hallen: Ostsonnenlichthalle und Westsonnenlichthalle. Die Westsonnenlichthalle wurde vom 5. Dalai Lama und die Ostsonnenlichthalle vom 13. Dalai Lama erbaut. Die Sonnenlichthalle dient als Unterkunfts- und Verwaltungsraum der Dalai Lamas (im Sommer und im Herbst sind sie dann meistens in Norbulingka). Die Westsonnenlichthalle war das Schlafgemach des 13. Dalai Lama und die Ostsonnenlichthalle das Schlafgemach des 14. Dalai Lama. In der Halle sind die Buddhafiguren aus Gold und die Statue des Guanyin-Bodhisattva ist aus Jade. Es gibt hier sehr viele buddhistische Schriften, altes Porzellan und viele andere originale Kostbarkeiten.

Der Rote Palast dient zu religiösen Festveranstaltungen. Im Roten Palast stehen 8 Stupas für die verstorbenen Dalai Lamas. Die Stupas des 5. und des 13. Dalai Lama sind die prächtigsten. Hier sind auch viele Kostbarkeiten und kunstgewerbliche Gegenstände zu sehen, wie z.B. kaiserliche Edikte von Kaisern der Ming- und der Qing-Dynastie, Geschenke, goldene Urkunden und Siegel, die die Zentralregierung verschiedener Dynastien den Dalai Lamas verliehen hat, seltene Schriften, schöne Buddhafiguren, Musikinstrumente und sonstige Kultgeräte.

Der Stupa für den fünften Dalai Lama und die Stupa-Halle befinden sich im 4. Stock des Roten Palastes. Die 14,5 m hohe fünfstöckige Stupa-Halle ist der größte Gedächtnisstupa im ganzen Potala-Palast. Diese Stupa-Halle ist in ihrer architektonischen Gestaltung der 14 m hohen Gedenkhalle Geleg Toinjor für den 13. Dalai Lama ebenbürtig. Die Bauarbeiten für diese Halle begannen 1934 und wurden drei Jahre später abgeschlossen. In der Halle befinden sich große Wandmalereien mit Darstellungen aus dem Leben des 13. Dalai Lama, darunter eine Darstellung seines Empfangs bei Kaiserinwitwe Cixi und durch Kaiser Guangxu im Jahre 1908.

Die Große Westhalle steht östlich der Gedenkhalle für den fünften Dalai Lama. Sie hat eine Fläche von 680 m2 und ist die größte Halle im Roten Palast, im Potala-Palast überhaupt. Dort steht das Standbild des fünften Dalai Lama. Auf der östlichen Seite gibt es Wandmalereien mit folgenden Darstellungen: Empfang des fünften Dalai Lama bei einer Audienz durch Kaiser Shunzhi, seine feierliche Begrüßung durch hohe kaiserliche Beamte, seine Fahrt in der vom Kaiser geschenkten, mit einem goldenen Dach versehenen Sänfte in die Hauptstadt sowie sein Besuch kultureller Darbietungen in der Hauptstadt. In der Großen Westhalle werden zwei von Kaiser Kangxi 1696 geschenkte, aus goldenen Fäden gewebte große Vorhänge aufbewahrt, die anlässlich der Einweihung des Roten Palastes überreicht wurden und die Glückwünsche des Kaisers zum Ausdruck bringen. In der Halle hängt auch eine von Kaiser Qianlong 1760 geschenkte goldene Tafel mit der Devise: Ursprung des gedeihenden Lotus. Unter dieser Tafel steht der Thron des Dalai Lama.

Die höchste Halle des Roten Palastes ist die Halle der ,,Überwindung des Trilokyas“ (etwa: dreistufiger irdischer Welt). Sie hat eine besondere Bedeutung für den ganzen Palast. Hier stehen ein Bild des Kaisers Qianlong und eine in Chinesisch, Tibetisch, Mandschurisch und Mongolisch verfasste Ehrentafel, die den Wunsch für ,,ein langes Leben des gegenwärtigen Kaisers“ zum Inhalt hat. Jährlich kam der Dalai Lama mit Beamten der Lokalregierung und Äbten der drei großen Klöster zum Neujahr nach dem tibetischen Kalender hierher, um zu beten. An der westlichen Wand steht eine Statue der Göttin der Barmherzigkeit mit elf Gesichtern und eintausend Armen, die der 13. Dalai Lama für 10 000 Tael Silber gießen ließ.

Im Potala-Palast sind die aus der Frühphase stammende Höhle des Dharma-Königs für meditative Übungen und die Halle der Göttin der Barmherzigkeit gut erhalten. Die Höhle ist in den Felsen gehauen und hat eine Fläche von weniger als 27 m2.  Überlieferungen zufolge machte einst Songtsan Gampo hier meditative Übungen. In der Höhle stehen aus der Tubo-Zeit stammende, bemalte Skulpturen von Songtsan Garnpo, Prinzessin Wencheng, Prinzessin Chizun (Bhrikuti Devi) und Gartongtsan sowie Thonmi Sambhota. In der Höhle kann man noch einen Kochherd, Töpfe und Mörser aus Stein sehen, die einer volkstümlichen Überlieferung nach von Songtsan Gampo benutzt wurden. Die Halle der Göttin der Barmherzigkeit liegt über der Höhle der Dharma-Königs und ist ein Bauwerk aus der Frühphase des Potala-Palastes, doch wegen zahlreicher Reparaturen ist nun vom Original nichts mehr zu sehen. Oberhalb der Tür hängt waagerecht eine Tafel mit einer von Kaiser Tongzhi geschriebenen Widmung. In der Halle steht eine Statue von Pharba Lonsang Xaran, der als allmächtiger Gott verehrt und angebeten wird.

Der Potala-Palast ist eine umfangreiche und nahezu unergründliche Schatzkammer. Die zahlreichen historischen Kulturgegenstände und kunstvollen Kostbarkeiten lassen sich nicht mit einigen wenigen Worten beschreiben. Die verschiedensten Wandgemälde haben Gold, Silber und Perlen als Grundstoff. Sie weisen großzügige Linienführungen und beeindruckende Farbenpracht auf. Im Potala-Palast hängen fast 1 0 000 Tangkas, die meisten stammen aus der Ming- und Qing-Dynastie (1368-1644 bzw. 1644-1911) und wurden von Meistern der verschiedenen Malschulen Tibets geschaffen. Außerdem sind die zahlrecchen, fein gedruckten oder von Hand geschriebenen und gebundenen historischen Schriften zu erwähnen; viele sind Unikate. Unter den genannten Schriften stammen über 100 Bände Sutras aus Indien. Sie wurden auf Pattrablättern niedergeschrieben. Darunter sind tausendjährige Schriften. Manche wurden mit Gold- oder Silbertinte geschrieben. Das Ganggyur wurde sogar mit Tinten in sieben Farben geschrieben, die aus acht Grundstoffen hergestellt wurden, darunter Gold, Perlen, Silber, Eisen und Kupfer. Der Text ist auf dem fäulnis-, feuchtigkeits- und insektenresistenten Papier geschrieben. Die Schriftzeichen sind heute noch deutlich lesbar und auch ein ästhetischer Genuss.

Der Potala-Palast ist ein von den Werktätigen Tibets geschaffenes, großartiges Bauwerk. Es ist von hohem     kulturellem Wert und verkörpert die Glanzleistungen der Tibeter der alten Zeit auf den Gebieten Architektur,     Malerei, Metallguss, ja in Wissenschaft und Technik überhaupt. Das Bauwerk kann als Museum der tibetischer Kultur, Technik und Wissenschaft betrachtet werden. Es ist zugleich ein historisches Zeugnis der engen wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Tibetern und Han-Chinesen wie auch mit anderen ethnischen Gruppen und dokumentiert die unzertrennlichen Beziehungen zwischen der tibetischen Lokalregierung und der Zentralregierung unter den verschiedenen Dynastien Chinas. Der Potala-Palast ist ebenso der Stolz der tibetischen Nationalität wie aller Chinesen.

Zwischen Frühjahr 1989 und Sommer 1994 stellte die chinesische Regierung 55 Mio. Yuan bereit, um den Potala-Palast in großem Umfang zu renovieren. In den letzten Jahren schenkte der Staat den bisher noch nicht renovierten Räumen, besonders bröckelnden Wänden und durch Insekten beschädigten Wandmalereien auf Holzkonstruktionen höchste Aufmerksamkeit. Im Juni 2001 erklärte der Staatsrat die Renovierung des Potala-Palasts zum Schlüsselprojekt für Tibet und investierte 333,3 Mio. Yuan. Mit diesem Geld sollen der Potala-Palast, der Norbulingka-Park und das Sakya-Kloster innerhalb von fünf Jahren von Grund auf renoviert werden. Die neuerliche Renovierung des Potala-Palasts wird nach dem Prinzip durchgeführt, dass ,,ein altes Bauwerk auch nach der Renovierung alt bleibt und sein ursprüngliches Antlitz nicht verändert werden soil“. Dabei wird die Stärke der tibetischen Handwerker deuflich, die ihre hohen künstlerischen Fertigkeiten schöpferisch am Bau anwenden. So werden die Bauwerke im Potala-Palast saniert und gepflegt, außerdem wird nun noch eine Schatzkammer gebaut. Die dazu benötigten 179,3 Mio. Yuan werden von der Zentralregierung zur Verfügung gestellt.

Mausoleen und Gräber

Gräber Tibetischer Könige

In Tibet wurden mehrere Gräber aus alter Zeit entdeckt. Die meisten davon stammen aus der Tubo-Zeit oder aus noch früheren Epochen. Beispielsweise wurde im Kreis Konjo im Bezirk Chamdo ein Grab mit einem steineren Sarg entdeckt, etwa 2200 Jahre alt. Am Lieshan-Berg im Kreis Nang im Bezirk Nyingchi wurden ebenfalls Gräber aus der Tubo-Zeit entdeckt. Die bekanntesten und bedeutendsten sind die Gräber tibetischer Könige und ihrer Familienangehörigen, sie liegen auf der südwestlichen Seite des Bergs Zong im Kreis Qoingyi im Bezirk Shannan.

Bei diesen Gräbergruppen handelt es sich um Gräber von Tsanpos, Ministern und Konkubinen. Sie sind von verschiedener Größe und über eine Fläche von 3 Mio. m2 verteilt. Auf den Bergen befinden sich mehr als zehn große Mausoleen, die auf einer Nord-Süd-Linie liegen. Kleine Hügel kennzeichnen die Grabstätten, die in der sie umgebenden Bergwelt fast völlig aufgehen. Nach tibetischem Quellenmaterial soll es hier 21 Gräber geben. Die Kommission für Kulturgegenstände des Autonomen Gebiets Tibet hatte aber 1989 zusammen mit dem Archäologischen Institut der Universität Sichuan dort nur elf Gräber festgestellt.

Die Mausoleen haben gestampfte Plattformen mit 15 bis 20 cm dicken Schichten. Der obere Teil der Gräber war ursprünglich quadratisch. Durch Verwitterung wurde er allmählich abgerundet und sieht nun wie Hügel aus. Man braucht 40 Minuten, um den oberen Teil der Gräber zu erklimmern.

Unter den Mausoleen ist das von Zhigung Tsanpo das älteste. Der Überlieferung zufolge waren sieben Tsanpos vor ihm vom Himmel herabgestiegene Unsterbliche. Nachdem sie ihren irdischen Auftrag erfüllt hatten, kehrten sie mit Hilfe einer Lichtschnur zum Himmel zurück. Diese wundersame Lichtschnur wurde in einem Kampf zwischen Zhigung Tsanpo und seinen Ministern durchtrennt, so dass Zhigung Tsanpo und seine Nachfolger nun in der irdischen Welt bleiben mussten.

Am Abhang des Berges mit dem Hauptgipfel liegt das Mausoleum von Tride Songtsan, das größte unter den Mausoleen. Es hat eine quadratische Form, 180 m Umfang und jetzt noch eine Höhe von 14,7 m. Vor dem Grab steht ein Paar aus zwei Steinblöcken gehauener Löwen, die 1,65 m hoch sind und lebendig, kräftig, dynamisch wirken. An diesen Löwen wird die Verbindung von Bildhauerkunst und Grabgestaltung zur Grabkunst im Landesinneren während der Tang-Dynastie deutlich. Zugleich sind die beiden Steinskulpturen auch repräsentativ für die Bildhauerei der Tubo-Zeit. Vor dem Grab stehen zwei Stelen, die jeweils aus drei Teilen bestehen, dem Grabsteinkopf, dem Grabsteinrumpf und dem Steinsockel. Eine der Stelen befindet sich in der nordöstlichen Ecke des Mausoleums, in diese Stele sind die Hauptverdienste Tride Songtsans eingraviert. Die beiden Stelen ruhen jeweils auf einer großen, aus einem Stein gemeißelten Schildkröte.

Das Mausoleum Songtsan Gampos steht auf einer gestampften Plattform, die in der Länge etwa 140 m misst und 13,4 m hoch ist. Auf der Plattform stand ursprünglich ein Tempel, darin wurden die Statuen Songtsan Gampos, der Prinzessin Wencheng, der Prinzessin Chizun und Gartongtsan sowie Thonmi Sambhota aufbewahrt. Auf der nördlichen Seite steht ein Grabstein mit Darstellungen aus dem Leben Songtsan Gampos sowie einer Aufzählung seiner Verdienste. Die Plattform deckt einen unterirdischen Palast, in dem Statuen von Songtsan Gampo, Schakjamuni und der Göttin der Barmherzigkeit stehen. Außerdem sind dort auch die von Songtsan Gampo benutzten goldenen Panzer und Helme, sowie goldene Figuren von Pferden und Gottheiten, Schmuck und andere Grabbeigaben zu sehen.

In tibetischen Geschichtsbüchern ist verzeichnet, dass die Gräber Tsanpos beim Sklavenaufstand in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts zum großen Teil zerstört wurden. Doch trotz vieler Kriegswirren blieb das Mausoleum tibetischer Könige im Großen und Ganzen erhalten.1961 wurde das Mausoleum unter staatlichen Denkmalschutz gestellt.

Ruinen alter Bauwerke

Ruinen des Königreichs Guge

Die Ruinen des Königreichs Guge gehören zu den Kulturzeugnissen, die als erste unter staatlichen Denkmalschutz gestellt wurden. Die immer noch majestätisch wirkenden Ruinen befinden sich im Kreis Zada, und zwar auf einem 300 m hohen Hügel aus gelber Erde am Fluss Xiangquanhe. Sie sind 18 km von der Kreisstadt Zada entfernt. Der Fluss Xiangquanhe fließt vom Mapam Yumco in nordwestlicher Richtung. Die Flusstäler sind breit und fruchtbar. Die Landschaft hat einen eigenartigen Reiz, und die Ruinen verstärken noch diesen Eindruck.

Die Dynastie Guge wurde im 10. Jahrhundert von Nachkommen der Tubo-Dynastie gegründet und war lange Zeit eine lokale Macht. Nach dem gewaltsamen Tod Dharmo Tsanpos (Lang Darma) spaltete sich die Tubo-Dynasfie, wodurch es zu lang anhaltenden Kriegswirren kam. Ein Urenkel Dharmo Tsanpos, Gyide Nyima Gun, floh mit seinen restlichen Truppen nach Ngari und gründete dort die Guge-Dynastie. Danach übten seine drei Söhne und deren Nachkommen jeweils in ihren eigenen Einflusssphären die Herrschaft: das waren die Anfänge der Guge-, Darlac- und Burang-Dynasfie, die alle auf glänzende Leistungen verweisen konnten. In der Blütezeit umfassten die Herrschaftsgebiete nicht nur das ganze Gebiet des heutigen Bezirks Ngari, sondem auch Teile des heutigen Kaschmir und Pakistan. Über den Untergang der Guge-Dynastie rätseln die Historiker bis heute; die meisten vermuten, dass die Soldaten von Darlac 1635 die Paläste der Guge-Dynastie gestürmt, zerstört und die königliche Familie sowie andere Palastbewohner getötet haben. Einige wenige Angehörige der königlichen Familie und etliche ihrer Anhänger wurden als Gefangene in Festungen gebracht und starben dort. Damit verschwand die Guge-Familie vom Schauplatz der Geschichte.

Die vorhandenen Ruinen beweisen, wie imposant früher die Bauwerke gewesen sein müssen. Der ganze Palast wurde an einem Berghang gebaut und beherrschte von da aus majestätisch die Gegend. Vom Palast aus liefen unterirdisch Gänge in verschiedene Richtungen. Der Palast war von einer festen Mauer umschlossen. Die Ruinen des Palastes liegen auf einer Fläche von 720 000 m2; sie bestehen aus 445 Häusern, 879 Höhlen, 58 Festungen, vier geheimen unterirdischen Wegen und 28 Stupas. Bis hinauf zum Gipfel des Berges stehen Hunderte von Häusern. Die meisten haben, dicht aneinander gereiht, gewölbte Dächer. Dieser einzigartige Palastkomplex bestand aus einer Sommer- und einer Winterresidenz. An den Ecken der Schutzmauer standen vier Schutztürme. Bis heute gut erhalten geblieben sind der Altartempel, die Sutrahallen, der Rote Tempel, der Weiße Tempel und der Tempel des Samsara. Inner- und außerhalb des Palastes gab es Getreidespeicher, außerdem fand man dort landwirtschaftliche Geräte, Kleidungsstücke und Waffen wie Panzer, Schilde oder Pfeile. Wegen des kalten und trockenen Klimas hat sich alles gut erhalten. In den Höhlen der Ruinen wurden zahlreiche kopflose Leichen entdeckt. Besonders bemerkenswert ist ein in einer Wand begrabenes drei- bis vierjähriges Mädchen; es ist die einzige unversehrte Leiche aus dieser Zeit. Sie befindet sich heute im Museum des Autonomen Gebiets Tibet.

Von der Guge-Dynastie sind viele Wandmalereien, Skulpturen und einzigartige Holzschnitzereien überliefert. All dies basiert auf der Kunst aus der Zeit der Tubo-Dynastie; jedoch ist außerdem der Einfluss indischer und nepalesischer buddhistischer Kunst zu erkennen. Diese Gegenstände werden von chinesischen und ausländischen Kunsthistorikern als „Guge-Kunst“ bezeichnet. Bei den Wandmalereien sind die verwendeten Farben und die Figurengestaltung beachtenswert. Auf den Wandmalereien werden das Paradies, die Menschenwelt und die Hölle dargestellt. Dabei werden menschliche Figuren zu Gottheiten erhöht, die kunstvoll gestaltet sind und durch eine flüssige Linienführung einen dynamischen Eindruck vermitteln. Eine derart vollkommene künstlerische Gestaltung ist bei tibetischen Wandmalereien nur selten zu sehen. Obwohl sie vor Jahrhunderten entstanden, hat sich die Farbenpracht der Gemälde bis zur Gegenwart erhalten. Auf den farbenprächtigen Wandmalereien sind Schakjamuni sowie Könige der Guge-Dynastie und ihre Konkubinen zu sehen. Außerdem sind auch Gläubige der esoterischen Richtung des Buddhismus dargestellt. Durch kräftige Linienführung werden besonders intensiv die Höllenqualen zur Anschauung gebracht. An den Rändern der Bilder sind Dutzende weiblicher Gottheiten dargestellt; sie sehen alle sehr anmutig aus, unterscheiden sich aber voneinander durch Figur und Pose. Auf den Wandmalereien lm Roten und Weißen Tempel sowie im Tempel des Samsara sind Schakjamuni, Könige und Prinzen der Tubo-Dynastie zu sehen. Außerdem sind auch Könige der Guge-Dynastie und deren Berater abgebildet. Diese Wandmalereien sind den berühmten Wandmalereien von Dunhuang in jeder Hinsicht ebenbürtig. Die Skulpturen weisen einige Besonderheiten auf. Sie sind zwar insgesamt nicht sehr groß, aber die menschlichen Figuren sind im Verhältnis zu den übrigen überdimensioniert und vermitteln den Eindruck von Kraft und Stärke. Auf dem Holzbalken der Tempel sind verschiedene Tierfiguren wie Löwen, Elefanten, Pferde, Drachen und Pfauen zu bewundern. Die eigentliche Schatzkammer der Steinschnitzerei ist aber die Mauer der früheren Stadt. Sie diente früher zwar hauptsächlich der Verteidigung, doch sind dort auch viele Zeugnisse künstlerischen Schaffens zu entdecken. In der Mauer sind mehr als 4502 Figuren zu sehen; auch sind Verwünschungen und andere Sprüche auf Tibetisch und Sanskrit eingeritzt. Die meisten sind allerdings im Laufe der Jahrhunderte verwittert und wurden durch die Natur eingefärbt, was ihnen besonderen Charme verleiht. Die Stadtmauer kann gewissermaßen als Ausstellung der Nyima-Steinschnitzerei gelten. Natürlich sind auch außerhalb der Mauer sehenswerte Schnitzereien zu finden, vor allem die in große Kieselsteine geschnitzten Figuren sind oft Meisterwerke,

Ruine des Palastes Qingwa Dagze

Bei der Ruine des Palastes Qingwa Dagze, auch Qoinwa Daze genannt, handelt es sich eigentlich um einen großen Komplex von Palästen der Könige der frühen Tubo-Dynastie. Die Ruine liegt auf dem Steinberg Qoinwa Daze am Fluss Qoingyi.

Hier war das Kerngebiet des Stammes Yarlung. Damals lebten die Könige in den hier befindlichen Festungen, in diesem Sinne lag hier die Hauptstadt der Tubo-Dynastie in ihrer Frühphase. In den tibetischen Geschichtsbüchern steht geschrieben, dass der Palast Qingwa Dagze in der Ära des 9. Königs Budaigonggyi gebaut wurde. Die auf diesem folgenden fünf Könige haben sich hier ebenfalls eigene Paläste bauen 1assen. Daraus entstand ein Bautenkomplex, den man später die ,,sechs Paläste von Qingwa Dagze“ nannte. Die Überreste der Paläste und Festungsmauern sind noch heute zu sehen. Zwischen ihnen auf dem Berge stehend, wird ihre günstige Lage für den verteidigungsfall deutlich.

Am Felsen auf der südlichen Bergseite des Qoinwa Dagze sind Schnitzereien zu sehen, die schwer zu datieren sind. Man sieht Figuren und Schriftzeichen. Es sind 56 Figuren zu erkennen, die Gottheiten des tibetischen Buddhismus darstellen; Buddha und Schutzgottheiten sind zu sehen. Die größte Figur ist 3 m hoch, die kleinste nur 20 cm. Die Schfiftzeichen sind allerdings so verwittert, dass sie kaum noch zu entziffern sind.

Ruine des Palastes Gyama

Diese Ruine liegt bei der Gyama-Tal im südlichen Teil des Kreises Maizhokunggar. Hier befand sich einst das Zentrum der Tubo-Dynastie.

Im 6. Jahrhundert hatte Songtsan Gampos Vater, Xiangri Songtsan, mit seinen Truppen nach Überquerung des Yarlung Zangbo und Überwindung hoher Schneeberge im Norden die Region Gyama erobert und lieg hier den Palast Gyama bauen. Die berühmteste tibetische Persönlichkeit der chinesischen Geschichte, der Begründer der Tubo-Dynastie, Songtsan Gampo, wurde hier geboren. Zu jener Zeit wurden auch der Palast Tuigar und andere Paläste gebaut. Dieser Ort war das politische Zentrum der Tubo-Dynastie, bevor es 633 nach Lhasa verlegt wurde.

Die Paläste wurden an Berghängen errichtet. Heute sind noch Ruinen und Spuren von Straßen zu sehen, die von hier aus ins Land führten. Doch erkennt man noch die großzügige Anlage der Paläste. Zur Kennzeichnung der ehemaligen Wohnstätte Songtsan Gampos hat man in späterer Zeit drei weiße Stupas erbaut. Im Tal, in der Nähe eines Hanges, wurde in späterer Zeit ein kleiner Tempel errichtet, in dem Statuen von Songtsan Gampo und Prinzessin Wencheng aufgestellt wurden. Unweit dieses Tempels sprudelt eine Quelle. Überlieferungen zufolge hat sich Songtsan Gampo in seiner Kindheit dort häufig das Gesicht gewaschen. Und durch Wasserspiegelungen sei ihm offenbart worden, er solle auf dem Roten Berg in Lhasa einen Roten Palast bauen. Aus diesem Grund wird diese Quelle als göttliches Wasser angesehen. Viele Lebende Buddhas und Pilger sind hochbeglückt, wenn sie das Wasser aus dieser Quelle trinken und ihr Antlitz darin waschen können.

In der Yuan-Dynastie (1271-1368) befand sich hier eine der dreizehn Wanhu-Verwaltungseinheiten von Tibet. Das ehemalige Verwaltungsgebäude existiert noch, im Volk wurde es Palast Gyama genannt. 1640 gab es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Vorsteher der Wanhu-Verwaltungseinheit, der der Desi Tsangpa-Macht unterstand, und den von der Gelug-Sekte nach Tibet geführten mongolischen Truppen, wodurch viele Bauwerke, darunter auch der Sitz der Wanhu-Verwaltungseinheit, zerstört wurden. Zahlreiche Ruinen der Festungen aus der Yuall- und Ming-Dynastie sind hier zu betrachten. Bei archäologischen Untersuchungen wurden auch verschiedene Kulturgegenstände entdeckt.

In der Nähe der Ruine des Palastes Gyama liegen Dörfer und einzelne Bauernhäuser, umgeben von dichtem Gehölz. Da lag das Landgut des bedeutenden tibetischen Adligen Horkang. Der heutige Vizevorsitzende des Landeskomitees der Politischen Kosultativkonferenz des Chinesischen Volkes, Ngapoi Ngawang Jimei, hat früher hier gelebt. An den heute ziemlich verfallenen Palastmauern erkennt man, dass hier früher massive Bauwerke standen; allein die Schutzmauer war 2 m stark; und vor dieser Mauer lag noch ein Schutzgraben.

Palast Lhagyili

Der Sitz des Palasts Lhagyili ist relativ gut erhalten. Er liegt südlich der Kreisstadt Qusum. Dies war die Residenz des Dharma-Königs Lhagyili und das Zentrum des von ihm beherrschten Gebiets.

Im 10. Jahrhundert brachten einige Adlige der Tubo-Dynastie zwei Enkelsöhne Lang Darmas, des letzten Königs der Tubo-Dynastie, hierher und gründeten die Yarlung Jorwo-Dynastie und den Tempel Gyili; das Königshaus wurde Lhagyili genannt. ,,Lha“ bedeutet im Tibetischen ,,Gottheit“. Später schloss das Könighaus Bündnisse mit den Mächtigen der buddhistischen Klöster und erwarb sich den Titel ,,Dharma-König“.

Während des Machtwechsels von der Yuan- zur Ming-Dynastie, also in der Epoche der Sagya- und Parba Zuaba-Herrschaft, konnte der Dharma-König seine relative Unabhängigkeit bewahren. Zu Beginn der Qing-Dynastie schlossen sich die Klöster von Lhagyili der Gelug-Sekte an. Der fünfte Dalai Lama erkannte die Macht des Dharma-königs und seiner Erben an. Das Gebiet wurde durch direkt vom Dharma-könig entsandten  Vertreter verwaltet.

Die ganze Palastanlage ist imposant. Die Hallen Zhaxi Qoinzong und Gandain Lhaze sind gut erhalten. Die königliche Familie lebte im nördlichen Flügel der Halle Gandain Lhaze, und amtliche Angelegenheiten wurden meist auch dort erledigt. Diese Halle hat eine Fläche von 5000 m2; sie bestand aus einem östlichen und westlichen Teil und hatte einst fünf Stockwerke. Fehlerhafte Renovierungsversuche führten zur Reduzierung auf drei Stockwerke. Die Säulengänge und die Querbalken sind zum Teil mit vergoldeten Schnitzereien und bunter Bemalung verziert. Verschiedene Motive- Löwen, Wolken oder Lotusblumen - weisen auf die reiche Symbolik in der tibetischen Architektur hin. Der Hallenboden besteht aus gestampfter Erde, 8 cm stark. Die Fläche hat einen matten Glanz. Die Besonderheit dieses Baukomplexes besteht u.a. darin, dass viele architektonische Elemente aus dem Landesinneren übernommen wurden, was vor allem an den Türrahmen und an der Dachkonstruktion deutlich wird.

Alte Landgüter von Adligen

Landgut Pharla

Der Sitz des Landgutes Pharla ist gut erhalten, er liegt im Dorf Bangjor Lhunbo auf der südlichen Seite des Flusses Nyang Qu, knapp 4 km von der Stadt Gyantse entfernt. Die Sippe Pharla war in der neueren Geschichte Tibets eine bekannte und mächtige Adelsfamilie. Fünf Familienmitglieder waren hohe Beamte in der Lokalregierung Tibets. Die Sippe war eine der acht mächtigen Sippen Tibets. Im Ostteil Tibets hatte sie 25 Landgüter für Ackerbau und 8 Landgüter für Viehzucht. Sie veffügte insgesamt über eine Fläche von 6,67 Mio. m2 und über 7000 Stück Vieh. Die Sippe besaß etwa 3000 Leibeigene und Sklaven.

Das Landgut Pharla, eines dieser Landgüter, hat ein dreistöckiges Hauptgebaude, in welchem zahlreiche Fotos und Gegenstände ausgestellt sind, die einen Einblick in die damalige Zeit vermitteln. Da sieht man verschiedene luxuriöse Gebrauchsgegenstände und daneben schreckliche Folterwerkzeuge. Im krassen Gegensatz zum luxuriös ausgestatteten Wohnhaus der Adligen stehen die ärmlichen Hütten der Dorfbewohner, die ausnahmslos Leibeigene oder Sklaven waren. Durch einen Besuch in diesein Landgut erfährt man, wie es im alten Tibet wirklich aussah. Die Dorfbewohner, die früher Leibeigene der Adelsfamilie waren, wohnen jetzt in neuen Häusern, die dem früheren Wohnhaus der Adligen in nichts nachstehen, so dass die Besucher kaum noch einen Unterschied feststellen können.

Das Landgut Pharla wurde von der Lokalregierung des Autonomen Gebiets Tibet als Stätte zur patriotischen Erziehung bestimmt und als wichtiges Kulturzeugnis in Shigatse eingestuft.

Landgut Nanseling

Der Sitz des Landgutes Nanseling, auch Xiangseling genannt, ist fast vollständig erhalten. Es wurde in der Ming-Dynastie (1368-1644) erbaut und gehört heute zu den unter Schutz stehenden bedeutenden Kulturstätten des Bezirks Shannan. Das Landgut befinet sich in der Gemeinde Zanang im Kreis Zanang. Es liegt, durch einen Fluss getrennt, dem Samgye-Kloster gegenüber und ist 25 km von der Gemeinde Zetang entfernt.

Das Hauptgebäude des Landguts hat sieben Stockwerke. Vorn hat es einen Anbau, zu beiden Seiten gibt es Nebenräume, Pferdeställe, Mühlen, Färbereien, Webereien, Festungsanlagen und Gefängnisse.

Tempel und Klöster

Jokhang-Kloster

Das Jokhang-Kloster liegt 1 km östlich vom Potala-Palast und ist das älteste Gebäude der Stadt Lhasa. Es hat eine Geschichte von nahezu 1400 Jahren. 1961 wurde es als eine der wichtigsten Kulturstätten unter staatlichen Denkmalschutz gestellt. Im November 2000 wurde es von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. 2001 wurde es vom Staatlichen Amt für Tourismus als touristische Stätte der Kategorie AAAA eingestuft.

Das Jokhang-Kloster wurde im Jahr 647, dem 21.Jahr unter der Regierungsdevise Zuenguan in der Tang-Dynastie, erstmals gebaut. Tibetischen Geschichtsbüchern zufolge rissen aber Katastrophen und sonstiges Unheil nicht ab, bis endlich die Tubo-Dynastie ihren Sitz nach Lhasa verlegte. Die berühmte Prinzessin Wencheng, die sich in Astrologie und Geomantik gut auskannte, legte durch Sternbeobachtung den Ort fest und stellte zugleich einen Plan auf, wonach ein See zuzuschütten war, um dann ein Kloster darauf zu bauen. So könnten Dämone besiegt und böse Geister vertrieben werden. Sontsan Gampo folgte dem Plan. Dazu wurden aus der im Norden liegenden Region Pengbo weiße Ziegen für den Transport der Erdmassen geholt. Der Ort erhielt deswegen den Namen ,,Rasa“ (Ort von Ziegen). In chinesischen Geschichtsbüchern heigt er ,,luoxie“ oder ,,luosuo“; Lhasa, der spätere Ortsname, wurde von ,,Rasa“ abgeleitet. In Geschichtsbüchern ist nachzulesen, dass das Kloster nach seiner Fertigstellung zunächst nur acht Hallen hatte, darunter die Halle zur Aufbewahrung von Sutras und die Buddhahalle. In der Zeit der Tubo-Dynastie gab es sehr hart geführte Auseinandersetzungen zwischen den buddhistischen Mönchen und den Anhängern der Boen-Religion. Auch in späteren Perioden fanden vielfach gewaltsame und blutige Machtwechsel in Lhasa statt, bei denen u.a. auch das Jokhang-Kloster oft beschädigt wurde. In der Yuan- und Ming-Dynastie, insbesondere seit 1409, wurde es wiederholt auf- und ausgebaut, wodurch es den heutigen Umfang erhielt.

Das Jokhang-Kloster ist auf einer Ost-West-Achse errichtet. Die Gebäude wurden grundsätzlich entlang dieser Linie erbaut; es sind Tortürme, Buddhahallen, Wandelgänge, Brunnen, Dachfenster, Gärten und Wohnzellen für buddhistische Mönche. Die Klosteranlage ist 25 100 m2 groß. Die ersten beiden Stockwerke sind noch Originalbauten aus der Tang-Dynastie. Die höheren Stockwerke, die angebauten Hallen und sonstige Bauerweiterungen dagegen stammen aus der Zeit nach dem 11. Jahrhundert. Die Buddhahalle ist das Hauptgebäude des Klosters. Sie hat vier Stockwerke und gilt als achitektonisch bedeutendster Bau des Klosters. In der Mitte sieht man ein breites Dachfenster. Die Haupträume liegen in der Haupt- wie in der Nebenhalle im Erdgeschoss. Die Haupthalle liegt im Zentrum der Anlage. Darin befindet sich eine 1,5 m hohe, vergoldete Bronzestatue des 12-jährigen Schakjamuni, die von Prinzessin Wencheng von Chang’an nach Tibet mitgebracht wurde. Die Statue stand ursprünglich im Kloster Ramoche. Prinzessin Jincheng hatte sie dann hierher gebracht, um so die hervorragende Stellung des Jokhang-Klosters zu unterstreichen. Viele Gläubige, die trotz strapaziöser Reisen über große Entfernungen zum Kloster kommen, wollen gerade vor dieser Statue beten. Links und rechts neben der Haupthalle stehen die Qamba-Halle und die Halle des großen Lichts. Zu beiden Seiten der Achsenlinie stehen Figuren als Verkörperungen Schakjamunis; auf der linken Seite steht die Statue des waffentragenden Wächters Buddhas, auf der rechten die Statue der Gottheit der Barmherzigkeit mit ihren tausend Händen. Außer Haupt- und Nebenhallen gibt es Dutzende von Toren. Besonders zu erwähnen ist ein Raum im 2. Stock auf der westlichen Seite. Darin sind lebendig wirkende Figuren von Songtsan Gampo, Prinzessin Wencheng, Prinzessin Chizun und dem berühmten Gesandten der Tubo-Dynastie, Gar Dongtsan, sowie dem Erfinder der tibetischen Schriftzeichen, Thonmi Sambhota, zu bewundern. Außerdem werden dort verschiedene Gebrauchsgegenstände der Tubo-Dynastie aufbewahrt. Um die Buddhahalle sind Wandelgänge gebaut, die mall in mittlere und innere Wandelgänge einteilt. Bronzene Nyima-Drehmühlen sind dort nebenaneinder aufgereiht, die Wände der Wandelgänge sind mit Malereien versehen. Es werden Motive aus der Geschichte der Tubo-Dynastie sowie buddhistische Sagen und Legenden dargestelit. Erwähnenswert sind zwei Wandmalereien in der Haupthalle; der Einzug der Prinzessin Wencheng in Tibet und das Zuschütten des Sees und der nachfolgende Bau des Klosters  darauf. Diese Malereien sind für die kunstgeschichtliche Forschung sowie für die Erforschung der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des tibetischen Altertums von großem Wert.

Der Baustil der Gebäude des Jokhang-Klosters ist eine Verschmelzung klassischer chinesischer und tibetischer Baukunst. Außerdem wurden Elemente der nepalesischen und indischen Baukunst übernommen. Die Dächer sind mit vergoldeten Dachziegeln und goldenen Tierfiguren versehen. Die Balkenkonstruktion erinnert an den Baustil des Landesinneren, weist jedoch geschickte Varianten auf. Reliefs und bunte Bemalungen verschiedener Menschen- und Tierfiguren sowie Pflanzenmotive schmücken Säulen, Balken, Türrahmen und Dachvorsprünge. Auf den Dächern sind noch jene 108 Tierfiguren zu sehen, die eine besondere symbolische Bedeutung haben. Das Kloster stellt eine harmonische Vereinigung verschiedener Kulturelemente dar und hebt die architektonische Virtuosität der tibetischen Baumeister hervor, die ein so lmposantes, prächtiges, und zugleich würdig ernstes Sakralbauwerk geschaffen haben. Das Jokhang-Kloster ist ein klassisches Beispiel für die tibetische Architektur und wirkt auf die Besucher überwältigend.

Das Jokhang-Kloster besitzt zahlreiche Kulturgegenstände und Kunstschätze. Die wichtigsten seien hier genannt. Da sind zunächst zahlreiche Bronzefiguren. Manche stammen aus der Tang-Dynastie und tragen die künstlerischen Zeichen ihrer Zeit; manche sind mit historischen Aufzeichnungen versehen und stammen aus der Ming-Dynastie. Unter zahlreichen wertvollen Tangkas (tibetischen Wandteppichen) sind zwei besonders berühmt; auf dem einen ist der waffentragende Wächter Shengle, auf dem anderen der waffentragende Wächter Daweide dargestellt. Dies waren Geschenke des Kaisers Yongle der Ming-Dynastie, die mit ie einer kaiserlichen Inschrift versehen waren. Die beiden Wandteppiche sind mit bunten und goldenen Fäden durchwirkt, zeugen von den vorzüglichen Techniken der Webarbeiten und zeigen heute noch einen frischen Glanz. Im Jokhang-Kloster wird die 108-bändige Litang-Ausgabe des Tripitaka autbewahrt, die rot gedruckten Texte sind in einer Edelholzkiste verpackt. Außerdem wird dort auch die von Qing-Kaiser Qianlong gestiftete Losurne aufbewahrt, aus der traditionell die Namen des Dalai Lama und des Panchen Erdeni gezogen werden.

Es gab zuerst das Jokhang-kloster, dann entstand die Stadt Lhasa. Um das Kloster als den Mittelpunkt wurden im Lauf der Zeit Straßen angelegt und Häuser gebaut. Die Stadtgebiete sind ebenfalls um das Jokhang-Kloster errichtet. Das Jokhang-Kloster und seine geschützte Umgebung mit einer Gesamtfläche von 75 000 m2 sind offziell in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Damit werden auch Stadtteile von Lhasa erfasst. In diesen Stadtteilen gibt es mehr als 100 bedeutende Kulturstätten.

Vor dem Haupteingang des Jokhang-Klosters steht die berühmte Gedenktafel für das Bündnis von Tang- und Tubo-Dynastie, auch Gedenktafel für das ,,Onkel-Neffe-Bündnis“ genannt. Sie wurde im Jahr 823, im 3. Jahr unter der Regierungsdevise Changqing, aufgestellt und ist 5,6 m hoch. Sie hat eine Dachkonstruktion und ruht auf einer steinernen Schildkröte. Auf der länglichen Stele ist der Text des Bündnisdokumentes in chinesischer und tibetischer Sprache eingemeißelt. Darauf ist noch zu lesen, dass ein Bündnis zwischen Tang-Kaiser Muzong und Trizu Detsan, dem Führer der Tubo-Dynastie, geschlossen wurde: ,,Neffe und Onkel beraten über die Herrschaft vereint und schließen in großer Harmonie ein Bündnis“. Außerdem sind darauf die Namen der an der Bündnisschließung beteiligten Beamten sowie der gemeinsame Wunsch derTang-Dynastie und der Tubo-Herrschaft für die Familienvereinigung eingraviert. Diese Steintafel ist ein historisches Zeugnis für die tiefen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen unseres Landes.

Einige Meter südlich der Gedenktafel für die Bündnisschließung stehen noch zwei Steintafeln. Die eine ist die Steintafel der ,,ewigen Befolgung“, die vom Minister für tibetische Angelegenheiten der Qing-Dynastie im März 1794 aufgestellt wurde, die andere hat keine Inschrift und wurde von der Gestalt her vermutlich in der Ming-Dynastie aufgestellt.

Hinter der Steinbalustrade der Gedenktafel steht eine alte Weide, die einer Überlieferung zufolge von der Prinzessin Wencheng eigenhändig gepflanzt wurde. Man nennt diese Weide auch die ,,Weide der Tang-Dynasfie“ oder die ,,Weide der Prinzessin“.

Ramoche-Kloster

500 m vom Jokhang-Kloster entfernt liegt das Ramoche-Kloster. Seine Vorderseite ist nach Osten gerichtet. Das Kloster hat eine Fläche von 4000 m2.

Wie das Jokhang-Kloster wurde auch das Ramoche-Kloster in der Mitte des 7. Jahrhunderts gebaut. Anfangs hatte es den gleichen Umfang wie das Jokhang-Kloster, aber wegen wiederholter Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte, insbesondere nach der Verbringung der Hauptstatue in das Jokhang-Kloster, verlor es allmählich an Bedeutung. Es wurde mehrmals renoviert, die ursprünglichen Bauwerke existieren aber größtenteils nicht mehr. Die vorhandenen Bauwerke wurden in der Ming-Dynastie und auch in der Zeit danach errichtet. Man kann die Halle der Gottheit und den Torturm als Hauptbauwerke des Klosters besichtigen. Die Halle und der Turm sind von Wandelgängen umschlossen. Die Halle der Gottheit hat eine Fläche von mehr als 2100 m2 und besitzt drei Stockwerke.

Im Jahr 1474, im 10. Jahr unter der Regierungsdevise Chenghua der Ming-Dynastie, diente das Kloster als Kloster der Gelug-Sekte zum Studium der buddhistischen Geheimlehre. Die hier ausgebildeten Buddhisten hatten gute Aussicht, Äbte des Gandan-Klosters in Dagze zu werden. Seit 1694 wird alljährlich im zweiten Monat nach dem tibetischen Kalender eine feierliche Zeremonie zum Gedenken an den fünften Dalai Lama veranstaltet.

Drepung-Kloster

Das Drepung-Kloster liegt südlich am Berg Genpi Wuze in der westlichen Vorstadt von Lhasa und ist, was den Umfang betrifft, das größte Kloster Tibets und das Kloster der Dalai Lamas aller Zeiten. Es zählt zusammen mit dem Sera-Kloster und dem Gandan-Kloster zu den ,,drei großen Klöstern Lhasas“.

Das Drepung-Kloster wurde an einem Berghang errichtet. Die Gebäude stehen dadurch übereinander. Gassen führen kreuz und quer durch den Baukomplex. Er hat eine Fläche von mehr als 200 000 m2. Zeitweise hatte das Kloster über 10 000 Bewohner. Wean man es aus der Ferne erblickt, vermutet man, eine ganze Bergstadt zu sehen.

Das Kloster wurde im Jahre 1416, im 10. Jahr unter Kaiser Yongle der Ming-Dynastie, von Gamzang Qoigyi, einem berühmten Schüler des Gründers der Gelug-Sekte, Tsongkapas, erbaut. Die Klosteranlage besteht aus einer großen Sutrahalle, vier buddhistischen Kollegien, 50 größeren Wohnkomplexen und Hunderten von kleineren Wohndörfen. Die große Sutrahalle bildet das Zentrum der Aktivitäten des Klosters. Sie misst 50 m in der Länge, 36 m in der Breite und hat vier Stockwerke. Sie hat eine Fläche von 4500 m2 und befindet sich im Mittelpunkt der Klosteranlage. Vor der Sutrahalle liegt ein mit Steinplatten belegter, 2000 m2 großer Platz. Im 2. Stockwerk liegen die Litang-Ausgabe des Tripitaka der Ming-Dynastie, die Holzschnitt-Ausgabe aus der Zeit des Kangxi-Kaisers der Qing-Dynastie und das mit Goldtinte geschriebene Ganggyur. Die hohen Würdenträger des Klosters waren stets einflussreiche Persönlichkeiten in Tibet. Sie verfügten nicht nur über die exekutive Macht im Kloster, sondern übenahmen auch die Verwaltung Lhasas während der Großen Gebetsfeste. Das Kloster hatte ursprünglich sieben Zhacangs (buddhistische Kollegien), die später in vier zusammengefasst wurden. Diese waren der obersten Klosterverwaltung unterstellt und hatten jeweils eigene Sutrahallen, Buddhahallen und Mönchsdörfer.

Gandain Phodrang ist ein in sich geschlossener Baukomplex im Südwesten der Klosteranlage. Er ist umschlossen von einer hohen Mauer und gliedert sich in Vorder- und Hinterhof. Ersterer diente als Wohnhaus und Büro des Dalai Lama, letzterer als Sutrahalle. Dieser Baukomplex wurde unter der Federführung des zweiten Dalai Lama gebaut, und unter dem fünften Dalai Lama, der für eine starke Lokalmacht eintrat, zum politischen Zentrum Tibets gemacht. Dies blieb so, bis in späterer Zeit der Dalai Lama in den Potala--Palast umzog und 1959 die Gexia-Regierung aufgelöst wurde. Der Begriff Gandain Phodrang wurde vielfach in den tibetischen Geschichtsbüchern verwendet und verweist auf die ,,Gandain Phodrang-Epoche“.

Sera-Kloster

Das Sera-Kloster ist eines der ,,drei großen Klöster Lhasas”und liegt am Fuß des Bergs Sera Wuze in der nördlichen Vorstadt von Lhasa. Einer Überlieferung zufolge wurde es nach einer gleichnahmigen, auf dem Berg beheimateten Wildrose benannt. Es gibt aber auch eine andere Auslegung des Namens, nach der Sere ,,Hagel“ bedeutet. Der vollständige Name des Klosters lautet Sera Mahayana. Das Sera-Kloster wurde von Tsongkapas Schüler, Sagya Yeshes, gegründet. Im Jahr 1419, im 12. Regierungsjahr unter Kaiser Yongle der Ming-Dynastie, entsandte ihn Tsongkapa zu einer Audienz bei Kaiser Zhudi in Nanjing. Im April des folgenden Jahres verlieh ihm der Kaiser den Ehrentitel ,,großer Dharma, großer Staatslehrmeister“. Sagya Yeshes ließ nach seiner Rückkehr nach Tibet, der Absicht Tsongkapas folgend, im 17. Regierungsjahr unter Kaiser Yongle (1419), das Sera-Kloster bauen.

Kurz nach der Gründung des Klosters gab es zwei Zhacangs (buddhistische Kollegien), die das Zentrum des Klosters bildeten. Später wurde das Kloster ausgebaut und nahm den heutigen Umfang an. Heute besteht das Kloster hauptsächlich aus der Sutrahalle, drei Zhacangs und 30 W0hnhäusern für Mönche und Lebende Buddhas. Das Kloster wurde nach den geographischen Verhältnissen gebaut. Die dicht nebeneinander stehenden Häuser zeigen eine übersichtliche bauliche Ordnung, wobei die Hauptgebäude hervortreten. Die Große Sutrahalle ist die großte Halle und zugleich das Verwaltungszentrum des Klosters. Sie hat vier Stockwerke. Die Haupthalle liegt im Nordwesten des Gebäudekomplexes, bestehend aus einem Vorplatz, einer Sutrahalle und fünf Wohnhäusern mit einer Fläche von nahezu 2000 m2.

In der Haupthalle steht die Statue von Sagya Yeshes. Hinter der Haupthalle gibt es drei kleinere Buddhahallen. In großen Bücherregalen an der südlichen Wand der Qamba-Halle steht das von Kaiser Zhudi geschenkte, im 8. Regierungsjahr dieses Kaisers gedruckte Ganggyur. In der Arhathalle auf der westlichen Seite stehen 16 Arhatfiguren aus Ton, die den von Sagya Yeshes aus dem Landesinneren gebrachten, aus Holz geschnitzten Arhatfiguren nachgebildet wurden. An diesen Figuren ist der Stil von Skulpturen der Ming-Dynasfie deutlich erkennbar. Die große Arhathalle ist durch den Baustil des Landesinneren geprägt, was sich in der Balken- und Dachkonstruktion zeigt. Die Dächer sind mit Götter- und Tierfiguren geschmückt.

Das Sera-Kloster verfügt über eine große Menge von Kulturgegenständen. Besonders zu erwähnen ist die vorhin genannte Ganggyur. Die Bände sind mit kaiserlichen Bemerkungen versehen und in Edelholzkisten mit Goldfäden verpackt. Den kaiserlichen Bemerkungen ist zu entnehmen, dass der Kaiser einen Sonderbeauftragten nach Tibet geschickt hatte, um diese heilige buddhistische Schrift zu holen, um sie später unter seiner Aufsicht drucken zu lassen. Der Text ist in tibetischer Sprache abgefasst; am Rande sind die Überschriften zusätzlich in Chinesisch angegeben. Diese Ausgabe hat eine vorzügliche Druckqualität und eine hochwertige Verpackung. Sie ist sowohl für die philologische Forschung, als auch für die Erforschung der Geschichte des Druckwesens Chinas von großer Bedeutung. Neben dieser Druckausgabe hat auch das vom Kaiser geschenkte Tangka mit dem Bildnis Sagya Yeshes einen hohen künstlerischen und historischen Wert. Dieses mit bunten Fäden durchwirkte Tangka ist schon über 500 Jahre alt und zeigt noch immer deutliche Linien. Neben dem Bild ist der vollständige Titel Sagya Yeshes zu lesen.

Samye-Kloster

Das Samye-Kloster liegt am Habori-Berg, 38 km von der Stadt Zedang entfernt. Das Samye-Kloster wurde in der Mitte des 8. Jahrhunderts gegründet. Der Ort des Klosters wurde von dem großen Meister der Padmasambhava festgelegt. Nach Entwurf des Bauplans legte Trisung Detsan den Grundstein des Klosters und übenahm nach dessen Fertigstellung das Amt des Abtes, Er lud hochgebildete Mönche aus dem Landesinneren und Indien zur Darlegung und Übersetzung der Sutras ins Kloster ein. Er ordnete auch an, dass sieben Jungen aus den adligen Familien der Tubo-Dynastie das Haupthaar zu scheren sei, weil sie Mönche werden sollten. Damit wurde das Samye-Kloster in der Geschichte des tibetischen Buddhismus das erste Kloster, das die drei wesentlichen Elemente des Buddhismus in sich vereinte; die Verehrung Buddhas, die Achtung des Dharma und die Schaffung eines Mönchordens. Das Samye-Kloster ist dafür berühmt, dass am Hauptgebäude der Klosteranlage architektonische Elemente aus Indien, Tibet und dem chinesischen Landesinneren vertreten sind.

Das Hauptgebäude des Klosters ist die Wuze-Halle, die zusammen mit den umliegenden Hallen einen großen Baukomplex bildet, der eine Fläche von 87 000 m2 bedeckt. Die Baufläche der Wuze-Halle beträgt mehr als 6000 m2, die Vorderseite ist nach Osten gerichtet und hat drei Stockwerke. Im dritten Stock befindet sich der säulenlose Raum. Die dreifache Dachschichtung symbolisiert den Sumeruberg, nach buddhistischer Überlieferung das Zentrum der WeIt. Die vier Nebenhallen symbolisieren die vier Himmelskönige. Auf der östlichen, südlichen, westlichen und nördlichen Seite stehen weitere vier Hallen, die wiederum in ihrer Nähe je zwei Nebenhallen haben. Eine der acht Nebenhallen heißt Zhajor Gyagaling; hier wurde die erste reguläre Sutraübersetzung geschaffen. An den Wänden der Wandelgänge auf der östlichen, westlichen und südlichen Seite im Hof sind Dutzende von Wandmalereien zu sehen, die darstellen, wie die heiligen buddhistischen Schriften übersetzt werden. Zu beiden Seiten der Haupthalle stehen je zwei Nebenhallen. In der Haupthalle stehen, ausgerichtet nach den vier Himmelsrichtungen, vier schwarz, weiß, grün und rot bemalte Stupas, die symbolhafte Bedeutung haben. Die Wuze-Halle ist von einer zweifachen Mauer umgeben und hat vier Tore, für jede Himmelsrichtung eines. An den Wänden der Wandelgänge dieser Halle und der dahinten stehenden Buddha-Halle sind Wandmalereien zu sehen, bei denen es sich um die Darstellung von Sitten und Gebräuchen in der Zeit der Tubo-Dynastie handelt, z.B. Akrobatikvorführungen, Tanzszenen und Sportveranstaltungen. Auch die Grundrisse der frühesten Klosteranlage sind zu betrachten. Das alles sind wertvolle historische Quellen. Die Mauer des Samye-Klosters hat eine ovale Form. Sie ist 3,5 m hoch und 1,2 m dick. Auf der Mauer stehen kleine Stupas, in den vier Ecken stehen vier große Stupas, die als besondere architektonische Schönheiten gelten.

An der südlichen Mauer vor dem Osttor der Wuze-Halle steht eine Steintafel in Form einer Säule. Sie ist 3,8 m hoch und hat einen 0,8 m starken Sockel. Sie wurde kurz nach der Fertigstellung der großen Halle aufgestellt und heißt: ,,Steintafel mit dem Eid, den Buddhismus yu fördern“. In die Steintafel ist ein tibetischer Text eingehauen. Er vermeldet die Unterstützung des Buddhismus durch das königliche Haus der Tubo-Dynastie. Am Tor der Vorderseite der Halle hängt eine von einem Kaiser der Qing-Dynastie geschenkte Ehrentafel. Die vor dem Tor an dem Querbalken hängende Bronzeglocke war ein Geschenk der dritten  Konkubine Trisung Detsans. Diese Glocke hat eine Höhe von 1,1 m und einen Durchmesser von 0,55 m. Auf ihr sind tibetische Texte zu sehen; neben Gebeten ist auch der Anlass zum Bau dieser Glocke vermerkt. Diese Glocke wurde unter Leitung von aus dem Landesinneren stammenden Mönchen gegossen. Überlieferungen zufolge ergeben sich aus dem Glockeschlag neun verschiedene Töne.

Das Samye-Kloster verfügt über eine große Anzahl Steinerner Skulpturen. Die etwa 1500 Skulpturen zeigen ein breites motivisches Spektrum. Vor dem Tor der Haupthalle stehen zwei Steinlöwen und ein Paar Elefanten aus weißem Mamor. Ihre schlichte, aber kunstvolle Gestaltung verweist auf den vollendeten Stil der Bildhauerkunst der Tang-Dynastie.

Seit 1981 hat die chinesische Regierung 12 Mio. Yuan und 50 kg Gold bereit gestellt, um das Kloster gründlich zu renovieren.

Pelkhor-Kloster

Das Pelkhor-Kloster, auch Kloster des Glücksrades genannt, befindet sich in der Stadt Gyantse am Fuß des Berges Zong und ist auf drei Seiten von Bergen umschlossen. Architektonisch stellt es eine Kombination von Stupa und Kloster des tibetischen Buddhismus dar. Die ganze Klosteranlage gliedert sich in vier Baueinheiten; einen Klosterhof, den Stupa Bakwo, Zhacangs (Räume für buddhistische Kollegien) und die Mauer. Das Kloster steht als bedeutende Kulturstätte unter dem Denkmalschutz des Autonomen Gebiets Tibet.

Die Große Sutrahalle wurde in der Ming-Dynastie gebaut. Geplant wurde sie von Raodain Gongsang Phagyi, Dharma-König von Gyantse und dem ersten Panchen, Gelek Palsang. 1425 wurde das Kloster durch eine buddhistische Zeremonie eingeweiht. Im Kloster gibt es u.a. die Große Sutrahalle, die Halle für den Dharma-König, die Halle für Schutzgottheiten, die Arhathalle sowie Wandelgänge. Auf der linken Seite in der Haupthalle steht eine 8 m hohe, vergoldete Statue des Buddha Maitreja. In dieser Halle kann man noch seidene Tangkas, 16 Arhatfiguren und verschiedene originell gestaltete Skulpturen mit langer Geschichte bewundern. In diesem Kloster werden noch 1049 Bände in Tibetisch abgefasster klassischer Schriften aufbewahrt. Sie sind für die Erforschung der Religion und Kultur Tibets von großer Bedeutung. In diesem Kloster gab es 17 Kollegien, die der Sakya-Sekte, der Gagyu-Sekte und der Gelug-Sekte angehörten. Dass sich drei Sekten zugleich in einem Kloster niederlassen konnten, war eine Besonderheit des Pelkhor-Klosters, die im tibetischen Buddhismus sehr selten ist.

Der Stupa Bakwo, gewöhnlich Stupa mit den 100 000 Buddhas, oder Weißer Stupa genannt, ist 42,4 m hoch und hat 14 Stockwerke. Der Stupa nimmt eine Fläche von 2200 m2 ein. Das Fundament ist oktagonal; der obere Teil ist kleiner als der untere. Der Stupa hat 108 Tore und 76 Raumeinheiten für 100 000 Buddha-Figuren. Daher auch der Name ,,Stupa mit den 100 000 Buddhas“. Die Konstruktion des Stupainneren ist originell, weil es im Stupa Hallen gibt, die ihrerseits kleinere Hallen in sich bergen. Es zeichnet sich eine Kombination von Höhlen und Hallen im Stupa ab. Im mittleren Teil des Stupas sind auf die vier Torbalken der Buddhahallen in den vier Himmelsrichtungen je zwei 3 m breite Augen gemalt. Sie symbolisieren die alles durchschauenden Augen. In der architektonischen Konzeption ergänzen sich Stupa und Klosterhof. Dies ist auch ein mustergültiges Beispiel einer Kombination von Architektur, Malerei und Skulptur. Auch sind hier stilistische Elemente buddhistischer Kunst aus Indien und Nepal sowie der Baukunst aus dem Landesinneren zu erkennen. Die Bauten in diesem einzigartigen Stil sind noch heute vollständig erhalten. Das Kloster ist ein  Baudenkmal und zugleich ein Museum der tibetischen Kunstgeschichte. Es ist einmalig in China.

Der einzigartige Baustil des Klosters und die darin aufbewahrten wertvollen Skulpturen und Wandmalereien wirken wie ein Magnet auf zahlreiche Kunstkenner und Touristen. In diesem KIoster ist eine große Anzahl von Skulpturen, Wandmalereien und Schnitzereien zu besichtigen. Unter all diesen Kunstschätzen sind die buddhistischen Wandmalereien die berühmtesten. Diese Wandmalereien befinden sich vor allem in den verschiedenen Hallen des Stupas der 100 000 Buddhas sowie im dritten Stock der Hauptsutrahalle und sind der esoterischen Richtung des Buddhismus gemäß. Bei Darstellung der exoterischen Richtung des Buddhismus stehen dagegen Geschichten über die Verbreitung des Buddhismus und historische Persönlichkeiten im Vordergrund. Diese Darstellungen sind hauptsächlich im vierten Stock des Stupas, in der Halle der Reinen Erde im Erdgeschoss und in den Wandelgängen des Klosters zu sehen. Die Wandmalereien des Pelkhor-Klosters nehmen einen bedeutenden Platz in der Geschichte der tibetischen Malerei ein. Sie sind aus einer harmonischen Verschmelzung des markanten Ladui-Stils mit dem Nanning-Stil entstanden und haben sich zu einer lebendigen, in sich geschlossenen Stilrichtung entwickelt, die als Stilrichtung Gyantse bezeichnet wird. Die Wandmalereien des Pelkhor-Klosters gelten als repräsentative Werke der reifen Kunst des tibetischen Buddhismus im 14. und 15. Jahrhundert und zugleich auch als Kennzeichen der Blütezeit der tibetischen buddhistischen Kunst im 15. Jahrhundert.

Tashilhunpo-KIoster

Das Tashilhunpo-Kloster gehört zu den unter staatlichem Denkmalschutz stehenden bedeutenden Kulturstätten Chinas. Es liegt am südlichen Fuß des Berges Nyimarie im Westen der Stadt Shigatse. Es ist das grögte Kloster der Gelug-Sekte in Westtibet und der Hauptort der religiösen und politischen Angelegenheiten der Panchen Lamas aller Generationen. Das Tashilhunpo-Kloster und die oben genannten drei Klöster Lhasas sind die vier berühmtesten Klöster Tibets.

Tashilhunpo bedeutet auf tibetisch „Glückliches Sumera“. Das Kloster wurde am Berghang gebaut und umfasst Hauptsutrahallen, die Qamba-Buddha-Halle, die Gyina Lhakang-Halle, Gedenkhallen mit Stupas für die Panchen Lamas fünf bis neun, die Gedenkhalle Shesong Namgyi mit dem Stupa für den zehnten Panchen Lama, die Terrasse zum Ausrollen großer Buddhabilder sowie Arbeitszimmer früherer Panchen Lamas. Es gibt außerdem noch vier Zhacangs (buddhistische Kollegien), 64 Dörfer mit Wohnhäusern, in denen die Mönche, nach Herkunftsorten zusammengefasst, untergebracht waren, und 56 Gebetshallen. Das Kloster bedeckt eine Fläche von 300 000 m2. Die Gebäude sind dicht nebeneinander angelegt, es zeichnet sich jedoch eine klar gegliederte architektonische Ordnung ab. Aus der Ferne sieht die Klosteranlage wie eine Bergstadt aus. In diesem Kloster befinden sich die größte Qamba-Buddha-Statue der WeIt sowie viele andere Kulturschätze. In verschiedenen Hallen gibt es Wandmalereien, die das Leben verschiedener Persönlichkeiten des tibetischen Buddhismus darstellen. Außerdem gibt es noch Wandmalereien der 18 Arhats.

Im Jahr 1447 leitete Gendain Zhuba, der ein Schüler jenes Tsongkapas, also des Begründers der Gelug-Sekte war und später rückwirkend als erster Dalai Lama anerkannt wurde, den Bau des Klosters. Kurz danach wurden die Große Sutrahalle und andere Bauwerke fertig gestellt. Gendain Zuuba war erster Abt des Klosters und gab dem Kloster den Namen. Später wurden nacheinander die Qamba-Buddha-Halle, die Halle für die Glückbringende Göttin und die Terrasse zum Ausrollen großer Buddhabilder gebaut. In den Jahren unter der Regierungsdevise Wanli der Ming-Dynastie diente Lobsang Qoigyi Gyaincain als 16. Abt. Er ließ das Kloster in großem Umfang ausbauen. Danach wurden zwei Hallen mit goldenen Dächern gebaut. Außerdem wurden noch Gebäude für das Studium des esoterischen Buddhismus und zahlreiche Buddhahallen gebaut. Durch vielfachen Um- und Ausbau entstanden schließlich in der Klosteranlage insgesamt über 3000 Räume und 51 Klostergebäude, die einst mehr als 5000 Mönche beherbergten. So bekam das Tashilhunpo-Kloster nach und nach seinen heutigen Umfang.

Im 2. Regierungsjahr des Kaisers Shunzhi der Qing-Dynastie (1645) verlieh der mongolische Stammeshäuptling Gushri Khan dem Abt des Klosters Tashilhunpo Lobsang Chokyi Gyaltsan den Ehrentitel ,,Panchen Bokto“. ,,Bokto“ bedeutet auf  Mongolisch ,,Heiliger“. Nachdem Lobsang Chokyi Gyaltsan im ersten Jahr unter der Regierungsdevise Kangxi (1662) in das Nirwana eingegangen war, fand sein Schüler Losang Gyatso, der dann der fünfte Dalai Lama wurde, ein Seelenkind für ihn. Damit war das Reinkarnationssystem der Panchen begründet. Lobsang Chokyi Gyaltsan wurde als vierter Panchen anerkannt, rückwirkend wurden auch seine Vorgänger als erster, zweiter bzw. dritter Panchen anerkannt. Seither war der jeweilige Panchen lebenslang auch immer Abt des Klosters. Im 52. Jahr unter der Regierungsdevise Kangxi (1713) entsandte der Kaiser Kangxi Hochkommissare nach Tibet und verlieht dem fünften Panchen den Ehrentitel Panchen Erdeni. Die Ernennungsurkunde war vergoldet und trug ein Goldsiegel. Damit war das Reinkarnationssystem des Lebenden Buddha offiziell anerkannt. ,,Panchen“ bedeutet auf Tibetisch ,,Großer Gelehrter“. ,,Erdeni“ bedeutet auf Mandschurisch ,,Schatz“. Damit wurde ein System geschaffen, wonach der Panchen Erdeni von der Zentralregierung anerkannt und sein Titel  von der Zentralregierung bestätigt werden muss. Im 6. Regierungsjahr unter Kaiser Yongzheng (1728) wurde von der Qing-Dynastie bestimmt, dass Dalai Lama und Panchen Lama jeweils über eigene Verwaltungsgebiete verfügen, seitdem fungierten Dalai und Panchen als lokale Religionsführer Tibets und hatten eigene Verwaltungsgebiete.

Geht man durch das große Tor ins Kloster hinein und ein Stück auf einem gekrümmten Pfad entlang bis zu einer Kreuzung, sieht man auf der rechten Seite das größte Gebäude des Klosters, die Sutrahalle, auch Coqen-Halle genannt. Sie hatte die gleiche Funktion wie die der drei großen Klöster Lhasas. Diese Halle hat drei Stockwerke und 48 Stützsäulen. Die Vorderseite ist neun Raumeinheiten breit und sieben Raumeinheiten tief und bedeckt eine Fläche von 580 m2. In der Mitte der Sutrahalle steht der Thron des Panchen. Hinter der Großen Sutrahalle gibt es drei Buddhahallen, die Halle für Schakjamuni, auf der westlichen Seite die Halle für Maitreja und die Halle für die Glückbringende Göttin. Östlich von der großen Halle gibt es einen 500 m2 großen Hof, der von einem Wandelgang umschlossen ist. Im Hof las der Panchen den Möchen die Sutras vor. Dort finden auch heute Debatten über Sutras statt. An den Wänden des Wandelgangs sind tausend bunt bemalte steinerne Buddhafiguren zu sehen.

Qamba ist ein anderer Name für den Buddha Maitreja, deshalb wird die Qamba-Buddha-Halle auch Maitreja-Buddha-Halle genannt. Diese Halle ist 30 m hoch; in ihr befindet sich eine große vergoldete Statue des Buddha Maitreja in sitzender Stellung, die 1914 unter Leitung des neunten Panchen Qoigyi Nyima erbaut wurde. Der Sockel der Statue in Form eines Lotus ist 3,8 m hoch; die Statue selbst hat eine Höhe von 22,4 m. Aus den folgenden Zahlen kann man sich ein Bild von dem gigantischen Ausmaß der Statue machen. Das Gesicht des Buddhas ist 4,2 m hoch, die Ohren messen in der Höhe 2,8 m, die Schultern sind 11,5 m breit und die Hände sind jeweils 3,2 m lang. Der Durchmesser des Mittefingers beträgt einen Meter. Die Füße sind jeweils 4,2 m lang. Die Nasenhöhle kann einen Menschen aufnehmen. Es ist die größte kupferne Buddhastatue der Welt in sitzender Stellung. Beim Bau wurden über 115 t Rotkupfer und 6700 Tael Gold, 32 Diamanten, über 300 Perlen und 1400 Edelsteine verwendet. Zwischen den Augenbrauen wurde ein Diamant von der Größe einer Walnuss eingesetzt; außerdem wurden in die Statue noch 30 weitere Diamanten von Pferdebohnengröße sowie über 60 andere Edelsteine eingefügt. Um einen Kasaya für diese Statue zu schneidern, benötigt man jedes Mal 3100 m Seide und 13 kg Fäden. Bisher wurde das dreimal getan. In der 30 m hohen Halle wurden rund um die große Statue fünf Etagenhallen errichtet: eine für die Krone, eine für das Gesicht, eine für die Brust, eine für die Taille und eine für den Sockel. Diese einzigartige Konstruktion dient nicht nur der Erhaltung und Pflege der Statue, sondern auch zur besseren Betrachtung derselben.

Südlich der Halle Shesong Namgyi liegt die Halle Gyina Lhakang, die unter dem  siebten Panchen Tenpai Nyima (l781-1853) gebaut wurde. In der Halle befindet sich ein großes Bild von Kaiser Qianlong, ein Geschenk von Kaiser Jiaqing. Vor dem Bild steht  eine Ehrentafel für den Kaiser Daoguang, auf ihr steht: ,,Langes Leben für Kaiser Daoguang“. Vor der Ehrentafel stehen eine fein gestaltete Buddhastatue und eine Bettlerschale aus Jade mit einer Inschrift des Kaisers Qianlong. Die Haupthalle war der Ort, an dem der Panchen früher, zum Neujahr nach dem tibetischen Kalender, kniend dem Kaiser seine Ehrerbietung zeigte and der kaiserliche Hochkommissar für Tibet dem Panchen kaiserliche Edikte las. In der Nebenhalle führte der Panchen nach Entgegennahme der kaiserlichen Edikte Gespäche mit dem kaiserlichen Hochkommissar für Tibet. In dieser Buddha-Halle sind die vom Kaiserhof der Qing-Dynastie übergebenen Ernennungsurkunden, Siegel, Buddahstatuen sowie das in Chinesisch abgefasste Tripitaka aufbewahrt.

Das östliche Mausoleum der Panchen liegt auf der östlichen Seite der Halle Shesong Namgi. Beim östlichen Mausoleum handelt es sich um den Stupa der Grabstätten des fünften bis neunten Panchen. Der Name des Mausoleums Zhashinanjie bedeutet auf Tibetisch ,,glückbringend, verehrungswürdig und immer siegreich“. Im Januar 1989 wurde das Mausoleum eingeweiht. Es hat eine Baufläche von 1933 m2 und eine Höhe von 33,17 m. Für den Bau dieser Halle hat die chinesische Regierung 7,8 Mio. Yuan,108,85 kg Gold, 1000 kg Silber, 5638 kg Rotkupfer, 1099 m3 Holz,11,8 t Eisen und Stahl,1100 t Zement und 71 700 Stück Steinmaterial bereit gestellt.

Östlich der großen Gebetshalle mit dem Stupa des zehnten Panchen befindet sich die Halle Zhashinanjie, die vom zehnten Panchen persönlich eingeweiht wurde. Auf der westlichen Seite liegt die berühmte Qamba-Buddha-Halle. Vorn steht die Halle Shesong Namgyi, was soviel bedeutet wie ,,siegreich im Himmel, in der Menschenwelt und unter der Erde sein“. Am 28. Januar 1989 ist der zehnte Panchen in der Residenz Deyi Galsang Phodrang in Shigatse in das Nirwana eingegangen. Drei Tage später fasste die Zentralregierung den Beschluss, einen mit Goldblättern eingefassten Stupa für den zehnten Panchen zu bauen und seine Überreste zur Verehrung aufzubewahren, um damit den Wunsch der tibetischen Bevölkerung zu erfüllen. Im August 1993 wurde der Stupa durch eine buddhistische Zeremonie eingeweiht. Die Gebetshalle ist 33,17 m hoch und hat eine Baufläche von 1933 m2. Für den Ban der Gebetshalle und des Stupas werden 614 kg Gold, 275 kg Silber und über 10 000 Edelsteine verwendet. Insgesamt wurden dafür 64 Mio. Yuan ausgegeben. In den Wandelgängen der Halle sind Wandbildnisse zum Andenken an den großen Meister zu sehen. Diese zeichnen sich durch künstlerische Meisterschaft aus.

Für den Bau der Terrasse zum Ausrollen großer Buddhabilder wurden über 5000 m3 Gestein verwendet. Die Terrasse ist 32 m hoch, das Fundament ist 42,5 m breit und die Mauer 3,5 m dick. Jedes Jahr werden dort vom 14. bis zum 16. Tag des fünften Monats nach dem tibetischen Kalender drei Tage lang die aus Seide gewebten großen Buddhabilder ausgestellt. Diese Bilder sind im Durchschnitt über 1000 m2 groß, das größte nahezu 1200 m2.

Das Ximo Qenbo ist ein großes Göttertanzfest und findet alljährlich im achten Monat nach dem tibetischen Kalender statt. Der zehnte Panchen legte die östliche Seite des Klosters als Veranstaltungsort fest. Der Programmhöhepunkt sind der Tanz der waffentragenden Wächter Buddhas und der tibetische Hof-Tanz. Außerdem werden noch andere Tänze wie der Löwen-, der Yak- und der Pfauentanz gezeigt.

Die Residenz Deyi Galsang Phodrang wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gebaut. Man nennt sie gewöhnlich ,,Neue Residenz“. Und sie liegt 1000 m südlich des  Klosters und diente als Wohnstätte des zehnten Panchen in Shigatse. Dort ist er in das Nirwana eingegangen. Die Neue Residenz nimmt eine Fläche von 7 000 m2 ein und besteht aus mehreren Höfen. Der Außenhof ist eine Grünanlage und sieht wie ein Park aus. Hinter den Toren und Wandelgängen liegt die große Haupthalle. Sie hat zwei Stockwerke und zeichnet sich durch eine gelungene Kombination von traditioneller fibefischer Baukunst und neuerem Baustil aus. Die Räume darin sind großzügig angelegt und haben einen eleganten Baustil.

Sakya-Kloster

Das Sakya-Kloster ist das Hauptkloster der Sakya-Sekte des tibetischen Buddhismus. „Sakya“ bedeutet im Tibetischen ,,hellgraue Erde“, weil es sich in der Nähe des Berges Benbori befindet, dessen verwittertes Gestein eine hellgraue Farbe hat. Der Name des Klosters ist zugleich auch der Name der Sekte. Das Kloster ist 148 km von Shigatse entfemt.

Das Sakya-Kloster besteht aus einem südlichen und einem nördlichen Teil, also dem Südkloster und dem Nordkloster. Dazwischen fließt der Fluss Zhongqu. Das Südkloster liegt im Tal auf der südlichen Seite des Flusses, auf dem Berghang nördlich des Flusses liegt das Nordkloster. Das Sakya-Kloster wurde im Jahr 1073 erstmals gebaut. Der Begründer des Klosters, Khon Konchog Gyalpo, war zugleich auch der Begründer der Sakya-Sekte. Das Nordkloster war großzügig angelegt. Die Hauptgebäude waren die Hallen Wuze Lhakang, Shongya Lhakang und Kanggar Lhakang. Das einzige Bauwerk, das in der Yuan-Dynastie errichtet wurde und sich bis heute erhalten hat, ist die zweistöckige Haupthalle. Die anderen sind beschädigt bzw. Verfallen. Das Südkloster wurde vom fünften Abt der Sakya-Sekte, Pagpa, gegründet. Pagpa war ein bedeutender Politiker in der Yuan-Dynastie, ein hochgebildeter Mönch und ein gediegener Gelehrter. In seiner Jugend reiste er mit seinem Onkel Pandita nach Liangzhou (der heutigen Stadt Wuwei in der Provinz Gansu). Dieser führte Gespräche mit Prinz Go Tan, dem Enkel Dschingis Khans, und beriet mit ihm auch die Eingliederung Tibets in das mongolische Reich. Er folgte lange Jahre Kublai Khan. Nachdem Kublai Khan 1260 den Thron bestiegen hatte, wurde Pagpa zum ,,Lehrmeister des Staates“ ernannt. Ihm wurde ein Jadesiegel verliehen. Vier Jahre später wurde er zum zuständigen Beamten für die Verwaltung buddhistischer Angelegenheiten des ganzen Landes und aller administrativen Angelegenheiten Tibets ernannt. 1269 verordnete Kublai Khan die Einführung des von Pagpa geschaffenen Buchstabensystems der mongolischen Sprache, erklärte ihn zum ,,kaiserlichen Lehrmeister“, verlieh ihm den Titel Dharma-König und beauftragte ihn, die lokalen Angelegenheiten Tibets zu verwalten. Das Sakya-Kloster war danach eine Zeit lang das politische und kulturelle Zentrum Tibets. Zum Bau des Südklosters hat Pagpa Handwerker aus den 13 Wanhu-Verwaltungseinheiten Tibets eingesetzt. Die umfangreiche Bauarbeit ist in den Wandmalereien dargestellt. Das Südkloster ist bis heute gut erhalten. Wenn man heute vom Sakya-Kloster spricht, dann ist gewöhnlich das Südkloster gemeint.

Das Südkloster misst von Süden nach Norden 210 m und von Osten nach Westen 214 m. Es hat eine Gesamtfläche von etwa 45 000 m2. Manche der am Berghang liegenden Bauten haben die Form von Festungen. Die zweifachen Schutzmauern und der Schutzgraben ähneln denen im Landesinneren, auch wenn es gewisse Unterschiede gibt. Die innere Mauer ist aus Stein und Erde errichtet, 8 m hoch und 3 m breit. An den vier Ecken der Mauer stehen Wachtürme. Auf jeder Seite gibt es in der Mitte der Mauer eine Art Festung. Der 8 m breite Schutzgraben ist mit Steinplatten ausgelegt. Der ganze Baukomplex wirkt wuchtig und schwer, wie ein Sinnbild seiner Rolle in der Geschichte. Die Mauern der Klosterhallen sind rot, weiß und schwarz bemalt, was später Kennzeichen des Klosters wurde. Deshalb wurde die Sakya-Sekte im Volk auch ,,Bunte Streifen-Sekte“ genannt. Die Haupthalle des Klosters, die Sutrahalle, ruht auf einem Fundament aus gestampfter Erde und hat einen Innenhof. Die Halle misst von Süden nach Norden 83,5 m und von Osten nach Westen 68,8 m. Sie ist 21,4 m hoch und gliedert sich in vier kleinere Hallen. 40 Säulen aus Zypressenholz tragen das Hallendach. Vier davon sind besonders dick, die dickste hat einen Durchmesser von 1,5 m. Im Zusammenhang mit diesen vier Säulen sind rührende Geschichten überliefert. In der Sutrahalle stehen Statuen des Buddha der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft sowie die Statuen von Pandida und Pagpa.

Das Sakya-Kloster ist als zweites Dunhuang berühmt, also als eine einst verborgene Schatzkammer buddhistischer Schriften. Im Kloster werden zahlreiche alte Bücher zu verschiedensten Themen aufbewahrt. Bis heute konnte noch keine Inventarliste erstellt werden. Im hinteren Teil der Sutrahalle stehen riesige, bis zur Decke reichende Bücherregale, in denen Bücher aller nur denkbaren Gebiete stehen. Die meisten davon stammen aus der Yuan- und Ming-Dynastie. Viele davon sind handgeschrieben. Manche sind mit Gold-, Silber- oder Zinnobertinte geschrieben. Die Bücher sind in verschiedener Weise gebunden; manche sind gerollt. Es gibt auch Faltbücher und in Holzplatten geheftete Schriften. Ein in Holzplatten geheftetes Sutra wiegt stolze 500 kg. Das ist sicher die schwerste heilige buddhistische Schrift der Welt. Neben Religion werden in diesen Büchem auch Geschichte, Medizin, Philosophie, Mathematik, Geographie, Dramatik,Lyrik, Prosa und Philologie behandelt. Außerdem werden im Kloster noch die von der Regierung der Yuan-Dynastie verliehenen  Ernennungsurkunden und Siegel sowie die von ihr gestifteten Kronen und Trachten aufbewahrt. Darüber hinaus sind im Kloster noch zahlreiche Buddhafiguren, viele religiöse Geräte, Porzellangegenstände, über 2000 Holzdruckplatten sowie viele von den Dharmakönigen hinterlassene Gegenstände zu finden. Besonders zu erwähnen sind die auf hohem künstlerischem Niveau stehenden Wandmalereien und Tangkas (tibetische Wandteppiche). Die Wandmalereien nehmen eine Fläche von über 10 000 m2 ein. Die mehr als 130 Wandmalereien über die ,,Altarstadt“ gehören zu den wichtigsten Schätzen. Es gibt außerdem noch 40 Tangkas über die ersten fünf Äbte der Sakya-Sekte. Sie wurden vor 600 Jahren geschaffen.

Im Sakya-Kloster werden mehr auf Pattrablättern eingeritzte bzw. geschriebene Sutras aufbewahrt als in jedem anderen Kloster der Weit. Die Schriftzeichen wurden mit einer eisernen Feder auf ein etwa 5 cm breites und 20 bis 60 cm langes Pattrablatt eingeritzt. Da das Kloster sehr hoch liegt und es dort kalt und trocken ist, haben sich die auf diese Art geschriebenen Sutras gut erhalten. Die Texte sind in Tibetisch, Mongolisch und Sanskrit abgefasst. Es gibt über 20 große Bände Sutras.

Das Sakya-Kloster dokumentiert einen Höhepunkt der kulturellen Blüte des tibetischen Mittelalters. Zugleich ist es auch ein hervorragendes Beispiel für die Geschichte der tibetischen Baukunst. Im 13. Jahrhundert war es auch ein Zentrum des kulturellen Austauschs zwischen Tibetern und Han-Chinesen.

Wegen der langen Geschichte und einer bestimmten Gebäudekonstruktion sowie durch Änderungen der Naturbedingungen ist das Fundament des Klosters im Laufe der Zeit abgesunken und wurde beschädigt. Es entstanden Risse in den Wänden, außerdem wurden manche Holzkonstruktionen im Kloster durch Insekten beschädigt. Diesen Problemen schenkt der Staat große Aufmerksamkeit. Im Juni 2001 nahm der Staatsrat die Renovierung des Sakya-Klosters und zwei weiterer Kulturstätten in ein Schlüsselprojekt für Tibet auf. Am 26. Juni 2002 wurden die für fünf Jahre vorgesehenen Renovierungsarbeiten in Gang gesetzt. Was das Sakya-Kloster betrifft, werden die Hauptgebäude renoviert und ein Lagerhaus für Kulturgegenstände errichtet. Die dafür benötigten 86,6 Mio. Yuan werden von der Zentralregierung bereitgestellt.

Tsurpu-Kloster

Das Kloster Tsurpu liegt 60 km nordwestlich der Stadt Lhasa am Oberlauf des Flusses Tsurpu in der Region Nagar im Kreis Doilungdeqen,4300 m über dem Meeresspiegel. Das Kloster Tsurpu ist das Hauptkloster der Karma-Kagyu-Sekte des tibetischen Buddhismus.

Das Tsurpu-Kloster wurde 1187 von Dusong Shingba gegründet. 1147 hatte er schon an einem Ort namens Karma in Chamdo ein Kloster gegründet, es trug den Namen Garma Dainsa. Von daher stammt die Bezeichnung Karma-Kagyu-Sekte. Im Alter von 80 Jahren ließ Dusong Shingba das Tsurpu-Kloster erbauen. Er wurde der erste Garmaba des Klosters. Im Alter von 84 Jahren (1193) ist er ins Nirwana eingegangen. Später verlor das Kloster Garma Dainsa allmählich an Bedeutung und das Tsurpu-Kloster stieg langsam zum Hauptkloster der Karma-Kagyu-Sekte auf.

Dusong Shingba war der Begründer der ReinkarnationsIehre des tibetischen Buddhismus. Auf dem Totenbett liegend versicherte er seinen Schülern, er wolle zurückkehren. Später haben dann seine Schüler ein Seelenkind gefunden, wodurch sich die Reinkarnation von Garmaba vollzog. Das Seelenkind war Karma Pakschi. Dieser entwickelte sich zu einem großen Meister des tibetischen Buddhismus. Der mongolische Kaiser verlieh ihm den Titel ,,Lehrmeister des Staates“ und eine schwarze, goldgesäumte Buddhamütze. Von da an wurde die Karma-Kagyu-Sekte auch als Schwarzmütze-Sekte  bezeichnet. Nach seinem Tod haben seine Schüler aus seinem Testament herausgelesen, dass in der Ferne, in Ladoi, sein Nachfolger als Führer der Schwarzmütze-Sekte erscheinen werde. Und tätsächlich wurde der Nachfolger gefunden! So entstand das System der Reinkarnation des Lebenden Buddhas. Es etablierte sich zuerst in der Karma-Kagyu-Sekte; später wurde es von den anderen Sekten nachgeahmt. Nach dem ersten Führer Dusong Shingba, dem zweiten Karma Pakschi hat gegenwärtig der 17. Garmaba die Führung inne. Der 17. Garmaba wurde im Juni 1992 von der Zentralregierung anerkannt. Die Rotmützensekte glaubt an ein anderes Reinkarnationssystem als die Karma-Kagyu-Sekte. Der Name Rotmützensekte stammt aus der Yuan-Dynastie, deren Kaiser der Sekte eben rote Mützen verliehen hatten. Im 18. Jahrhundert war der 10. Abt der Rotmützensekte, Qoizhu Gyamco, in ein Komplott mit der Truppe von Gurkhe verstrickt, die er durch Tibet führte. Wegen dieser verbrecherischen Tat musste er säpter Selbstmord begehen. Der Qing-Kaiser Qianlong erließ ein Dekret, wonach er als Hochverräter verurteilt und selbstverständlich die Reinkarnation verboten wurde. Damit wurde der Untersekte der roten Mütze ein Ende gesetzt. Während der Zeit nach der Yuan-Dynastie kämpften die Karma-Kagyu-Sekte, die Sakya-Sekte und Pagdu-Sekte oft um die politische und religiöse Macht in Tibet.

Die Klosteranlage hat die Haupthalle als Zentrum und umfasst die Sutra-, die Buddha- und die Halle der Schutzgottheiten. Daneben gibt es Kollegien zum Studium der Sutras, Studienzimmer für die esoterische Lehre, das Wohngebäude für Lebende Buddhas sowie Wohnstuben für Mönche. Außerdem gibt es im Kloster noch geräumige Tribünen, um Sutras vorzulesen. Zur Zeit leben in diesem Kloster über 300 Mönche. Der bedeutendste Kulturgegenstand im Kloster ist eine Steintafel über den Bau des Klosters. Sie wurde in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts in der Periode Trizu Detsan aufgestellt, ist 2,5 m hoch und 0,5 m breit. Auf dieser Steintafel ist ein Text im klassischen Tibetisch eingehauen. Diese Schrift ist für die Erforschung der Politik, Wirtschaft und Religion der Tubo-Dynastie von großer Bedeutung. Sie steht heute vor der Großen Halle des Tsurpu-Klosters. Im Tsurpu-Kloster findet jährlich zweimal, gewöhnlich im Winter und im Sommer, ein Tanzfest zu Ehren der Vajra-Gottheit statt. Im Winter wird der Tanz am 29. Tag des 12. Monats nach dem tibetischen Kalender veranstaltet. Die Festlegung dieses Datums steht sicher in engem Zusammenhang mit den alten Sitten und Gebräuchen zur Vertreibung böser Geister überall in Tibet. Das Datum für das Fest im Sommer wird von den Klöstern selbst bestimmt. Die Tanz-Veranstaltung im Sommer im Tsurpu-Kloster lässt sich auf das 11. Jahrhundert zurückführen. Hierzu werden auch Aufführungen tibetischen Theaters und andere kulturelle Veranstaltungen dargeboten. Am letzten Tag des Festes werden große buddhistische Bilder ausgerollt.

Gandan-Kloster

Das Gandan-Kloster ist das Gründungskloster der Gelug-Sekte. In der Qing-Dynastie hat der Kaiser Yongzheng dem Kloster den Namen ,,Ewige Ruhe“ verliehen. Das Kloster liegt in 3800 m Höhe nordöstlich der Kreisstadt Dagze. Im Klosterkomplex gibt es Sutra- und Buddhahallen, buddhistische Kollegien sowie viele andere Sakral- und Wohnbauten.

Das Gandan-Kloster wurde zu Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Gründer der Gelug-Sekte war Tsongkapa. Er sammelte 1409 zum Neujahr nach dem tibetischen Kalender über 8000 Gläubige und veranstaltete im Jokhang-Kloster in Lhasa ein großes Gebetsfest zum Andenken an Schakjamuni (Dadurch ist zur Tradition geworden, jährlich ein großes Gebetsfest zu veranstalten). Im zweiten Monat des darauf folgenden Jahres wurde das Gandan-Kloster erbaut. Damals gab es bereits über 500 Mönche. Tsongkapa hielt die große buddhistische Einweihungszeremonie ab und übernahm das Amt des ersten Abtes. Die erste Veranstaltung des großen Gebetsfestes und der Bau des Gandan-Klosters werden als Zeichen für die Herausbildung der Gelug-Sekte gesehen. Das Gandan-Kloster, das später entstandene Sera--Kloster und das Zhaibung--Kloster werden als die drei großen Klöster Lhasas bezeichnet. Da das Kloster unter der Leitung von Tsongkapa gebaut wurde, der dort auch erster Abt war und später dort in das Nirwana eingegangen ist, hat das Kloster den Vorrang unter den Klösteen der Gelug-Sekte.

Die große, dreistöckige Halle Lhagyi ist der größte Versammlungsort im ganzen Kloster. Die Halle hat eine Fläche von über 2000 m2 und kann 3000 Personen aufnehmen. Die große Halle Yangbagyian befindet sich an der westlichen Seite der großen Halle Lhagyi und hat vier Stockwerke. Sie umfasst die Halle der Schutzgottheiten, die des Lehrmeisters, die der „Altarstadt“ sowie die Halle mit einem silbernen Stupa für alle ins Nirwana eingegangenen Gandain Tribas (Äbte) des Klosters. Die Halle Sidongkang stammt aus der früheren Bauphase und diente anfangs als Schlafzimmer Tsongkapas. Nachdem er 1419 ins Nirwana eingegangen war, wurde sie zu einer Gedenkhalle mit einem Stupa für ihn umgebaut. Darin werden viele von ihm hinterlassene Gegenstände aufbewahrt. Die Räume für buddhistische Kollegien und die Wohnstuben für die Mönche liegen hauptsächlich im westlichen Teil der Klosteranlage. In der Qing-Dynastie gab es im Kloster 3300 Mönche, in der Blütezeit lebten dort über 5000 Mönche. Der Dharmakönig Shiaze und der Dharmakönig Jamze waren berechtigt, abwechselnd das Amt des Abtes zu übernehmen. Von Tsongkapa an gezählt, ist der heutige Abt der 97. Amtsträger.

1961 wurde das Gandan-Kloster als Schlüsselkulturstätte Chinas unter Denkmalschutz gestellt. In der Kulturrevolution (1966-1976) wurde es schwer beschädigt; in den letzten Jahren ist es restauriert und renoviert worden.

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